Im Ringen um die Zukunft von Arkane Lyon verschärft die französische Spielegewerkschaft STJV ihre Kritik an Microsoft. Sie wirft dem Konzern vor, die Entwicklung von Marvel’s Blade durch einen langjährigen Einstellungsstopp ausgebremst zu haben. Gleichzeitig fordert sie Mitspracherechte bei einem möglichen Verkauf des Studios und höhere Abfindungen für den Fall einer Schließung. Eine Stellungnahme von Microsoft zu den Vorwürfen liegt bislang nicht vor.
Einstellungsstopp soll Entwicklung behindert haben
Wie VGC unter Berufung auf die Gewerkschaftserklärung berichtet, sieht die STJV die Arbeiten an Marvel’s Blade grundsätzlich auf einem guten Weg. Das erwartete Qualitätsniveau entspreche dem Anspruch, den Spieler mit Arkane verbinden.
Verzögerungen seien nach Darstellung der Gewerkschaft hingegen durch Entscheidungen des Mutterkonzerns verursacht worden. Konkret nennt sie einen 19 Monate dauernden Einstellungsstopp, der die Produktion behindert habe. Vor diesem Hintergrund bezeichnet die STJV eine mögliche Schließung als Sabotage an einem Projekt, dessen Entwicklung Microsoft selbst finanziert hat.
Dabei handelt es sich um Vorwürfe der Arbeitnehmervertretung. Eine unabhängige Bestätigung dafür, welche konkreten Auswirkungen der Einstellungsstopp auf den Zeitplan hatte, geht aus dem Bericht nicht hervor.
Gewerkschaft kritisiert Microsofts Renditeziele
Die STJV führt die drohende Schließung auf Microsofts wirtschaftliche Erwartungen zurück. Ihrer Darstellung zufolge arbeitet Arkane Lyon profitabel, erreicht jedoch nicht die vom Konzern angestrebte Rentabilität.
Zugleich stellt die Gewerkschaft die wirtschaftliche Sinnhaftigkeit einer Abwicklung infrage. Sie argumentiert, dass die Kosten einer Schließung unter Berücksichtigung der französischen Vorgaben höher ausfallen könnten als die Fertigstellung und Veröffentlichung von Marvel’s Blade. Eine entsprechende Kostenrechnung wird im vorliegenden Bericht allerdings nicht offengelegt.
Mitspracherecht bei einem Verkauf gefordert
Für einen möglichen Eigentümerwechsel verlangt die Gewerkschaft eine aktive Beteiligung von Arkane an der Auswahl des Käufers. Das Studio soll demnach Einfluss darauf nehmen können, unter welcher Führung es künftig weiterarbeitet.
Zuletzt hatten Berichte über mehrere Übernahmeangebote neue Hoffnung auf einen Fortbestand geweckt. Zu den Interessenten soll Ubisoft gehören. Eine verbindliche Einigung wurde bislang nicht bekannt gegeben.
Sollte sich eine Schließung nicht verhindern lassen, fordert die STJV deutlich höhere Abfindungen. Das bisherige Angebot von Microsoft bewertet sie als unzureichend.
Entscheidung über Arkane Lyon bleibt offen
Die Zukunft des für Dishonored und Deathloop bekannten Studios ist weiterhin ungeklärt. Während andere Teams im Zuge der XBOX-Umstrukturierung bereits unabhängig wurden, läuft für Arkane Lyon noch ein Konsultationsverfahren.
Die dafür vorgesehene Frist wurde zuletzt bis Mitte Dezember verlängert. Damit bleibt zusätzliche Zeit, um mögliche Lösungen für das Studio und die Fortführung von Marvel’s Blade zu verhandeln. Ob es zu einem Verkauf kommt und welche Bedingungen dabei gelten würden, steht weiterhin aus.



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