Nach der angekündigten Schließung von BioWare wenden sich kanadische Fans an die Politik. Eine Petition auf der Website des kanadischen Parlaments fordert die Regierung auf, das Traditionsstudio finanziell zu unterstützen und eine unabhängige Zukunft zu ermöglichen. Die Initiatoren begründen ihren Vorstoß mit der kulturellen Bedeutung des Entwicklers und seiner Spiele. Electronic Arts hatte am 21. Oktober angekündigt, BioWare zu schließen und das nächste Mass Effect einzustellen. Seitdem organisieren Fans verschiedene Aktionen, um den Fortbestand des Studios und seiner bekannten Rollenspielreihen zu erreichen.
Electronic Arts hatte am 21. Oktober angekündigt, BioWare zu schließen und das nächste Mass Effect einzustellen. Seitdem organisieren Fans verschiedene Aktionen, um den Fortbestand des Studios und seiner bekannten Rollenspielreihen zu erreichen.
Petition hebt BioWares kulturelle Bedeutung hervor
Wie VGC berichtet, bezeichnen die Verfasser BioWare als einen der wichtigsten kulturellen Exporte Kanadas im 21. Jahrhundert. Sie verweisen auf weltweit mehrere zehn Millionen verkaufte Spiele und den internationalen Einfluss des Studios.
Darüber hinaus schreiben die Initiatoren den Produktionen Werte wie Inklusion, Toleranz, Demokratie, Gerechtigkeit und Bürgerrechte zu. Diese seien eng mit der kanadischen Identität verbunden. Die Schließung betrachten sie deshalb nicht ausschließlich als wirtschaftliche Entscheidung, sondern auch als Verlust für das kulturelle Erbe des Landes.
Staatliche Finanzierung soll Unabhängigkeit ermöglichen
Konkret verlangt die Petition finanzielle Unterstützung durch die kanadische Regierung. Mit dieser Hilfe soll BioWare nach Vorstellung der Fans unabhängig werden und die Rechte an seinen Marken von Electronic Arts zurückkaufen können.
Zusätzlich fordern die Verfasser einen stärkeren Schutz kanadischer Spieleentwickler vor den Interessen ausländischer Konzerne. Dabei kritisieren sie auch die Eigentümerstruktur von EA unter Beteiligung des saudischen Public Investment Fund und von Affinity Partners.
Die in der Petition geäußerte Vermutung, die Schließung könne einen gezielten Angriff auf kanadisches Kulturerbe darstellen, ist eine Bewertung der Initiatoren. Ein entsprechender Nachweis geht aus dem vorliegenden Bericht nicht hervor. Ebenso bleibt offen, ob EA grundsätzlich zu einem Verkauf des Studios oder seiner Markenrechte bereit wäre.
Avi Lewis hatte bereits Unterstützung gefordert
Der politische Vorstoß knüpft an frühere Forderungen an. Bereits nach Bekanntwerden der Schließungspläne hatte sich der kanadische Politiker Avi Lewis für eine Rettung von BioWare ausgesprochen.
Auch er warb für staatliche Unterstützung des 1995 gegründeten Entwicklers. Eine konkrete Finanzierungszusage oder ein beschlossenes Rettungskonzept wird im Zusammenhang mit der neuen Petition bislang jedoch nicht genannt.
Save Mass Effect setzt Kampagne fort
Parallel zur parlamentarischen Petition läuft die internationale Bewegung Save Mass Effect weiter. Deren separate Unterschriftensammlung hat dem Bericht zufolge inzwischen mehr als 304.000 Unterstützer erreicht. Auch Jennifer Hale und Mark Meer, die beiden Stimmen von Commander Shepard, unterstützen die Aktion.
Zusätzliche Aufmerksamkeit erzeugte eine digitale Werbefläche am New Yorker Times Square. Dort ließen Fans eine animierte Botschaft zeigen, die zur Rettung von BioWare und Mass Effect aufruft.
Ob die öffentliche Unterstützung zu Verhandlungen oder politischen Maßnahmen führt, bleibt abzuwarten. Mit der Petition an das kanadische Parlament erhält die Kampagne nun einen weiteren Ansatzpunkt.



Kommentar verfassen