Capcom könnte in den kommenden zehn Jahren einen entscheidenden Schlussstrich unter die bisherige Geschichte der Resident-Evil-Reihe ziehen. Anlässlich des 30-jährigen Jubiläums der erfolgreichen Survival-Horror-Marke hat Produzent Jun Takeuchi über die langfristigen Pläne des japanischen Unternehmens gesprochen. Demnach wurde mit der Veröffentlichung von Resident Evil Requiem die erste Phase einer zehnjährigen Markenstrategie abgeschlossen. In den nächsten zehn Jahren sollen die übergreifenden Handlungsstränge zu einem Abschluss gebracht werden. Das bedeutet allerdings nicht zwangsläufig das Ende der gesamten Spielereihe, denn Capcom plant bereits mehrere weitere Resident-Evil-Projekte.

Resident Evil feiert 2026 sein 30-jähriges Jubiläum

Am 22. März 1996 erschien mit Resident Evil, in Japan unter dem Namen Biohazard bekannt, der erste Teil einer Reihe, die das Survival-Horror-Genre nachhaltig prägen sollte. Drei Jahrzehnte später gehört die Marke zu den wichtigsten und erfolgreichsten Franchises von Capcom.

Im Laufe der vergangenen 30 Jahre entwickelte sich Resident Evil von einem vergleichsweise überschaubaren Horrorabenteuer zu einem umfangreichen Universum mit zahlreichen Hauptspielen, Ablegern, Neuauflagen und wiederkehrenden Charakteren. Besonders Figuren wie Leon S. Kennedy, Chris Redfield, Jill Valentine und Claire Redfield haben die Geschichte der Reihe über viele Jahre hinweg geprägt.

Anlässlich des Jubiläums sprach Produzent Jun Takeuchi, der für die übergeordnete Entwicklung der Marke verantwortlich ist, in einem Interview mit Yahoo Japan über die Vergangenheit und Zukunft des Franchises. Dabei machte er deutlich, dass die bisherige Geschichte keineswegs von Beginn an vollständig geplant gewesen sei.

Vielmehr entwickelte sich die Handlung mit jedem neuen Spiel weiter, während einzelne Ereignisse und Charaktere erst im Laufe der Jahre zu einem größeren erzählerischen Gesamtbild zusammengeführt wurden.

Capcom entwickelte mit Resident Evil 2 Remake einen langfristigen Zehnjahresplan

Laut Takeuchi begann Capcom erst im Zusammenhang mit der Entwicklung des Remakes von Resident Evil 2 damit, die langfristige Ausrichtung der Reihe stärker zu strukturieren.

Während der Planungen für die Neuauflage entstand eine umfassende Markenstrategie, die sich über einen Zeitraum von zehn Jahren erstrecken sollte. Dabei ging es nicht ausschließlich um die Veröffentlichung neuer Spiele, sondern auch darum, die bestehenden Handlungsstränge und die verschiedenen Neuauflagen sinnvoll miteinander zu verbinden.

Takeuchi erklärte, dass die Geschichte der Reihe ursprünglich nicht vollständig durchgeplant gewesen sei, sondern sich mit jeder Veröffentlichung weiterentwickelt habe.

Besonders interessant ist seine Aussage zur Reihenfolge der Remakes. Der Produzent deutete an, dass die Veröffentlichungen bewusst aufeinander abgestimmt wurden und Spieler möglicherweise erst im Rückblick erkennen würden, welchen übergeordneten Zweck diese Reihenfolge erfüllt.

Damit legt Capcom nahe, dass die Neuauflagen von Resident Evil 2 und Resident Evil 4 nicht ausschließlich als modernisierte Versionen beliebter Klassiker betrachtet werden sollten, sondern auch Bestandteil einer langfristigen Strategie waren.

Welche konkreten erzählerischen Zusammenhänge Takeuchi damit meint, erläuterte er allerdings nicht.

Resident Evil Requiem markiert den Abschluss der ersten großen Phase

Mit Resident Evil Requiem, das im Frühjahr 2026 veröffentlicht wurde, sieht Takeuchi die erste Phase des langfristigen Plans nun als abgeschlossen an.

Der aktuelle Hauptteil nimmt damit eine besondere Stellung innerhalb der Entwicklung der Reihe ein. Nach Einschätzung des Produzenten endet mit Requiem ein Zeitraum, in dem Capcom die Marke durch neue Hauptspiele und umfangreiche Remakes weiterentwickelt hat.

Gleichzeitig blickt das Unternehmen bereits auf die kommenden zehn Jahre. Takeuchi deutete an, dass dieser nächste Abschnitt dazu dienen soll, die bisherigen übergreifenden Geschichten zu einem Abschluss zu führen.

Seine Aussage, dass die nächsten zehn Jahre die Dinge zu einem Ende bringen sollen, sorgt dabei für Aufmerksamkeit. Schließlich begleitet die Geschichte von Resident Evil ihre Fans bereits seit drei Jahrzehnten und umfasst zahlreiche noch miteinander verbundene Ereignisse und Charaktere.

Ob Capcom tatsächlich sämtliche offenen Handlungsstränge abschließen möchte oder lediglich eine bestimmte erzählerische Ära beenden will, bleibt vorerst unklar.

Bedeutet das geplante Finale das Ende der Resident-Evil-Reihe?

Die Aussagen von Jun Takeuchi könnten zunächst den Eindruck erwecken, dass Capcom das gesamte Resident-Evil-Franchise innerhalb der kommenden zehn Jahre beenden möchte. Eine solche Entscheidung wurde allerdings nicht angekündigt.

Vielmehr beziehen sich die Äußerungen des Produzenten auf die langfristige Geschichte und deren mögliche Auflösung. Eine vollständige Einstellung der Marke lässt sich daraus nicht ableiten.

Denkbar wäre beispielsweise, dass Capcom die bisherigen Handlungsstränge rund um bekannte Charaktere wie Leon S. Kennedy, Chris Redfield oder Jill Valentine zu einem Abschluss bringt und anschließend eine neue Generation von Protagonisten in den Mittelpunkt stellt.

Auch eine stärkere Neuausrichtung der Handlung wäre möglich, ohne dass die grundlegenden Elemente des Survival-Horror-Franchises aufgegeben werden müssten.

Bislang handelt es sich dabei allerdings um mögliche Entwicklungen und nicht um bestätigte Pläne. Takeuchi hat weder konkrete Charaktere genannt, deren Geschichten abgeschlossen werden sollen, noch erläutert, wie ein mögliches Finale aussehen könnte.

Fest steht lediglich, dass Capcom die kommenden zehn Jahre als nächsten großen Abschnitt der Reihe betrachtet.

Mehrere neue Resident-Evil-Spiele befinden sich in Planung

Trotz der Aussagen über ein mögliches Ende der bisherigen Saga müssen sich Fans offenbar keine Sorgen um fehlenden Nachschub machen.

Im Interview wurde Takeuchi auch gefragt, wie viele Resident Evil-Spiele Capcom innerhalb der nächsten zehn Jahre veröffentlichen möchte. Eine konkrete Anzahl wollte der Produzent zwar nicht nennen, bestätigte jedoch, dass es sich um mehrere Projekte handeln werde.

Damit steht fest, dass das Unternehmen auch langfristig an der erfolgreichen Survival-Horror-Marke festhalten möchte.

Welche Spiele genau geplant sind, bleibt allerdings offen. Ebenso wenig verriet Takeuchi, in welchem Verhältnis neue Hauptteile, Remakes und mögliche Ableger zueinander stehen werden.

Die Aussagen lassen jedoch erkennen, dass Capcom bereits über die unmittelbaren Veröffentlichungen hinausplant und die Entwicklung der Reihe über mehrere Jahre hinweg koordinieren möchte.

Resident Evil 2 Remake gehört zu Capcoms erfolgreichsten Spielen

Dass Capcom auch weiterhin stark auf Resident Evil setzt, überrascht angesichts der wirtschaftlichen Bedeutung der Marke kaum.

Die Reihe zählt seit Jahren zu den wichtigsten Umsatzträgern des japanischen Publishers. Besonders die modernen Neuauflagen haben dazu beigetragen, sowohl langjährige Fans als auch neue Spieler für das Franchise zu begeistern.

Das Remake von Resident Evil 2 hat inzwischen die Marke von 20 Millionen verkauften Exemplaren überschritten und gilt damit als erfolgreichster Teil der Reihe.

Auch Resident Evil 4 Remake, Resident Evil 7, Resident Evil Village und Resident Evil Requiem gehören zu den bedeutenden Veröffentlichungen des Unternehmens.

Nach den jüngsten Geschäftszahlen waren mehrere Resident-Evil-Titel in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres 2027 unter den meistverkauften Spielen von Capcom vertreten.

Der anhaltende Erfolg zeigt, dass sowohl neue Geschichten als auch modernisierte Klassiker weiterhin auf großes Interesse stoßen.

Vor diesem Hintergrund erscheint es wahrscheinlicher, dass Capcom die bestehende Erzählung abschließen und anschließend neue Möglichkeiten für das Franchise schaffen möchte, anstatt die gesamte Marke einzustellen.

Resident Evil Veronica soll 2027 als Remake erscheinen

Auch die kommenden Veröffentlichungen dürften für Fans der Reihe interessant werden.

Berichten zufolge soll bereits 2027 mit Resident Evil Veronica eine Neuauflage des bekannten Survival-Horror-Klassikers erscheinen. Das ursprüngliche Spiel gehört zu den wichtigen Ablegern der Reihe und setzt die Geschichte von Claire und Chris Redfield fort.

Eine moderne Neuinterpretation könnte die Ereignisse des Originals technisch und spielerisch an die aktuellen Resident-Evil-Remakes anpassen.

Darüber hinaus wird über weitere Inhalte für Resident Evil Requiem berichtet. Demnach könnte das aktuelle Spiel noch eine zusätzliche Story-Erweiterung erhalten, die die Handlung fortsetzt oder bislang offene Fragen beantwortet.

Eine solche Erweiterung wäre insbesondere mit Blick auf Takeuchis Aussagen zur langfristigen Geschichte interessant. Ob sie tatsächlich eine größere Rolle innerhalb der angekündigten Markenstrategie spielen wird, ist allerdings nicht bekannt.

Die genannten Projekte und Zeiträume sollten bis zu einer entsprechenden offiziellen Ankündigung weiterhin als unbestätigt betrachtet werden.

Resident Evil Zero und weitere Remakes ebenfalls im Gespräch

Neben Resident Evil Veronica kursieren bereits seit einiger Zeit weitere Berichte über mögliche Neuauflagen bekannter Serienteile.

So soll Capcom angeblich an einem Remake von Resident Evil Zero arbeiten, das nach bisherigen Gerüchten im Jahr 2028 erscheinen könnte.

Das ursprüngliche Spiel erzählt die Vorgeschichte zum ersten Resident Evil und begleitet Rebecca Chambers sowie Billy Coen bei ihren Erlebnissen vor den Ereignissen im Spencer-Anwesen.

Auch eine erneute Neuauflage des allerersten Resident Evil wird immer wieder ins Gespräch gebracht. Damit könnte Capcom die Ursprünge der Reihe noch einmal mit moderner Technik und aktuellen Gameplay-Systemen aufgreifen.

Langfristig gilt außerdem ein zehnter Hauptteil als naheliegende Fortsetzung der erfolgreichen Reihe. Eine offizielle Vorstellung von Resident Evil 10 oder konkrete Angaben zu dessen Handlung liegen im Zusammenhang mit Takeuchis Aussagen jedoch nicht vor.

Welche dieser Projekte tatsächlich erscheinen und welche Rolle sie innerhalb des neuen Zehnjahresplans spielen werden, bleibt abzuwarten.

Capcom könnte eine neue Ära für Resident Evil vorbereiten

Die Aussagen von Jun Takeuchi lassen darauf schließen, dass Capcom die Zukunft von Resident Evil nicht ausschließlich anhand einzelner Spiele plant, sondern eine übergreifende Entwicklung verfolgt.

Nachdem die Reihe in den vergangenen Jahren durch erfolgreiche Remakes und neue Hauptteile modernisiert wurde, könnte der nächste Abschnitt stärker auf die Auflösung bestehender Geschichten ausgerichtet sein.

Ein möglicher Abschluss der bisherigen Saga würde dem Unternehmen gleichzeitig die Gelegenheit bieten, neue Figuren, Schauplätze und Bedrohungen einzuführen.

Damit könnte Resident Evil langfristig eine neue erzählerische Richtung einschlagen, ohne seine bekannten Survival-Horror-Wurzeln aufzugeben.

Ob die kommenden Spiele tatsächlich auf ein gemeinsames großes Finale hinarbeiten oder mehrere unterschiedliche Handlungsstränge unabhängig voneinander abschließen werden, ist derzeit nicht bekannt.

Die Zukunft von Resident Evil bleibt trotz geplantem Story-Finale gesichert

Mit dem Abschluss der ersten zehnjährigen Markenstrategie und den Aussagen zur kommenden Dekade gibt Capcom einen ungewöhnlich weitreichenden Einblick in seine langfristigen Überlegungen.

Resident Evil Requiem markiert laut Jun Takeuchi das Ende eines wichtigen Entwicklungsabschnitts, während die kommenden zehn Jahre dazu dienen sollen, die bisherige Geschichte zu einem Abschluss zu führen.

Gleichzeitig hat der Produzent bestätigt, dass mehrere weitere Spiele geplant sind. Eine vollständige Einstellung des Franchises wurde somit weder angekündigt noch konkret in Aussicht gestellt.

Für Fans könnte sich damit eine besonders interessante Phase abzeichnen, in der bekannte Charaktere und langjährige Handlungsstränge möglicherweise ihr Finale erleben, während gleichzeitig der Grundstein für eine neue Generation von Resident-Evil-Spielen gelegt wird.

Welche konkreten Pläne Capcom verfolgt und wie die große Resident-Evil-Saga letztendlich abgeschlossen werden soll, dürfte sich erst mit den kommenden Ankündigungen zeigen.

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