Die Entwicklung von State of Decay 3 verlief offenbar deutlich turbulenter als bisher angenommen. Wie Philip Holt, CEO von Undead Labs, in einem aktuellen Interview mit GamesIndustry verriet, sollte der dritte Teil der beliebten Zombie-Survival-Reihe ursprünglich ein vollwertiges Massively Multiplayer Online Game (MMO) werden. Die ambitionierte Vision einer riesigen, globalen Zombie-Apokalypse wurde jedoch verworfen. Ende 2022 beziehungsweise Anfang 2023 entschied sich das Entwicklerstudio für eine grundlegende Neuausrichtung, bei der große Teile des bisherigen Projekts neu entwickelt werden mussten. Inzwischen befindet sich State of Decay 3 auf der Zielgeraden, rund 8.000 Spieler nehmen bereits an Tests teil und die Veröffentlichung ist weiterhin für 2027 vorgesehen.
State of Decay 3 war ursprünglich als umfangreiches Zombie-MMO geplant
Seit der offiziellen Ankündigung von State of Decay 3 warten Fans gespannt auf die Fortsetzung der erfolgreichen Zombie-Survival-Reihe. Während sich die ersten beiden Spiele vor allem auf das Überleben in einer offenen Spielwelt, den Aufbau einer Gemeinschaft und die Verwaltung begrenzter Ressourcen konzentrierten, sollte der dritte Teil ursprünglich einen wesentlich größeren Schritt wagen.

Wie Undead-Labs-CEO Philip Holt in einem aktuellen Interview mit GamesIndustry erklärte, verfolgte das Studio zu Beginn der Entwicklung die Idee, State of Decay 3 in ein vollwertiges MMO zu verwandeln.
Hinter dieser Vision stand insbesondere Jeff Strain, der Undead Labs gegründet hatte und das Unternehmen bereits 2019 verließ. Obwohl Strain zu diesem Zeitpunkt nicht mehr zum Studio gehörte, beeinflussten seine ursprünglichen Vorstellungen weiterhin die Entwicklung des dritten Serienteils.
Das Ziel bestand darin, eine Zombie-Apokalypse in einem möglichst großen globalen Maßstab darzustellen. Statt sich ausschließlich auf kleinere Überlebendengruppen und begrenzte Regionen zu konzentrieren, sollte das Spiel eine deutlich umfangreichere Online-Erfahrung ermöglichen.
Laut Holt arbeitete ein vergleichsweise kleines Team zunächst an frühen Prototypen, die sich an dieser ambitionierten Ausrichtung orientierten. Die Entwickler verfolgten dabei andere kreative Ziele als jene, die heute im Mittelpunkt von State of Decay 3 stehen.
Wie genau das ursprünglich geplante MMO funktioniert hätte, welche Größe die Spielwelt erreichen sollte und wie viele Spieler gleichzeitig hätten teilnehmen können, verriet Holt allerdings nicht.
Jeff Strains ursprüngliche Vision beeinflusste die ersten Entwicklungsjahre
Die Idee eines groß angelegten Zombie-MMOs war eng mit den ursprünglichen Ambitionen von Undead Labs verbunden.
Schon bei der Gründung des Studios verfolgte Jeff Strain das Ziel, eine umfangreiche Zombie-Apokalypse zu erschaffen, in der Spieler gemeinsam ums Überleben kämpfen und ihre eigenen Geschichten entwickeln können.
Mit dem ersten State of Decay, das 2013 veröffentlicht wurde, legte das Studio den Grundstein für diese Vision. Im Mittelpunkt standen bereits damals das Überleben in einer gefährlichen Spielwelt, die Suche nach Vorräten und der Aufbau einer funktionierenden Gemeinschaft.
State of Decay 2 erweiterte dieses Konzept 2018 unter anderem durch zusätzliche Möglichkeiten zur Zusammenarbeit mit anderen Spielern.
Für den dritten Teil sollte die ursprüngliche Idee offenbar wesentlich konsequenter umgesetzt werden. Statt die bestehenden Mechaniken lediglich auszubauen, wollte das Entwicklerteam eine deutlich größere Online-Welt erschaffen.
Philip Holt bestätigte, dass diese Vorstellungen die frühen Entwicklungsarbeiten maßgeblich beeinflussten. Die damaligen Prototypen orientierten sich deshalb an einem Konzept, das sich deutlich von der heutigen Version unterscheidet.
Letztendlich entschied sich Undead Labs jedoch gegen diese Ausrichtung und begann damit, das Projekt grundlegend zu überarbeiten.
Ende 2022 begann eine umfassende Neuausrichtung des Projekts
Einen entscheidenden Wendepunkt erlebte die Entwicklung von State of Decay 3 laut Holt Ende 2022 beziehungsweise Anfang 2023.
In diesem Zeitraum entschied sich Undead Labs dazu, die ursprünglichen MMO-Pläne aufzugeben und das Spiel auf eine neue kreative Grundlage zu stellen.
Damit änderte sich nicht nur die grundsätzliche Ausrichtung des Projekts. Auch zahlreiche bereits entwickelte Inhalte und Systeme mussten überarbeitet oder vollständig verworfen werden.
Der Studio-Chef erklärte, dass die heutige Version von State of Decay 3 im Wesentlichen erst aus dieser Neuausrichtung hervorgegangen sei.
Obwohl das Spiel bereits mehrere Jahre zuvor angekündigt worden war, begann die Entwicklung der aktuellen Fassung damit faktisch zu einem deutlich späteren Zeitpunkt.
Welche konkreten Gründe zu dieser Entscheidung führten, erläuterte Holt im Interview nicht näher. Es bleibt deshalb offen, ob technische Herausforderungen, wirtschaftliche Überlegungen oder kreative Differenzen ausschlaggebend waren.
Fest steht allerdings, dass der Kurswechsel erhebliche Auswirkungen auf den weiteren Entwicklungsverlauf hatte.
Undead Labs musste große Teile von State of Decay 3 neu entwickeln
Die Entscheidung, das ursprüngliche MMO-Konzept aufzugeben, führte zu einem außergewöhnlich umfangreichen Neustart.
Wie Philip Holt erklärte, musste das Entwicklerstudio praktisch das gesamte Spiel neu schreiben. Damit gingen zahlreiche Arbeitsstunden verloren, die zuvor in die Entwicklung der ursprünglichen Version investiert worden waren.
Der Studio-Chef machte deutlich, dass Undead Labs eine solche Situation bei zukünftigen Projekten möglichst vermeiden möchte.
Die Neuausrichtung erklärt zugleich, weshalb zwischen der ersten Ankündigung und der geplanten Veröffentlichung von State of Decay 3 so viele Jahre liegen.
Während Spieler bereits seit längerer Zeit auf den Nachfolger warten, arbeitete das Studio zwischenzeitlich an unterschiedlichen Versionen desselben Projekts.
Ein erheblicher Teil der bisherigen Entwicklungszeit floss somit in Konzepte und technische Grundlagen, die letztendlich nicht in der ursprünglichen Form übernommen wurden.
Für die Verantwortlichen dürfte dieser Prozess zwar aufwendig gewesen sein, gleichzeitig ermöglichte er es dem Team jedoch, die kreative Ausrichtung des Spiels neu zu definieren.
Welche Elemente der frühen MMO-Prototypen möglicherweise in die aktuelle Version übernommen wurden, ist bislang nicht bekannt.
Technische Grenzen von State of Decay 2 machten einen Nachfolger notwendig
Im Interview ging Holt auch auf die Frage ein, weshalb Undead Labs überhaupt einen dritten Serienteil entwickelt, anstatt State of Decay 2 dauerhaft mit neuen Inhalten zu versorgen.
Der Vorgänger wurde über mehrere Jahre hinweg kontinuierlich erweitert und erhielt zahlreiche Verbesserungen, zusätzliche Funktionen und neue Inhalte.
Dennoch stießen die Entwickler laut Holt zunehmend an die technischen Grenzen des bestehenden Spiels.
Bestimmte Ideen und Verbesserungen ließen sich innerhalb der vorhandenen technischen Grundlage offenbar nicht mehr in der gewünschten Form umsetzen.
Mit State of Decay 3 möchte Undead Labs diese Einschränkungen überwinden und eine neue Basis für die Weiterentwicklung der Reihe schaffen.
Dabei geht es nicht ausschließlich um zusätzliche Inhalte, sondern auch um technische Möglichkeiten, die langfristig neue Spielmechaniken und umfangreichere Systeme ermöglichen sollen.
Der dritte Teil soll damit nicht einfach nur eine größere Version seines Vorgängers werden, sondern die Reihe technisch und spielerisch auf eine neue Grundlage stellen.
Welche konkreten Verbesserungen daraus entstehen, werden die Entwickler in den kommenden Monaten noch genauer vorstellen müssen.
Das ultimative State of Decay bleibt ein langfristiges Ziel
Trotz der umfangreichen Neuausrichtung hält Undead Labs an einer langfristigen Vision für die Zombie-Survival-Reihe fest.
Philip Holt erklärte, dass das Studio mit jedem neuen Teil versucht, dem idealen State-of-Decay-Erlebnis näherzukommen.
Dabei räumte er ein, dass die Entwickler dieses Ziel möglicherweise niemals vollständig erreichen werden.
Die Reihe soll sich vielmehr schrittweise weiterentwickeln, indem bestehende Systeme verbessert, technische Grenzen überwunden und neue Ideen umgesetzt werden.
Dieser Ansatz unterscheidet sich von der Vorstellung, mit einem einzelnen Spiel sämtliche Ambitionen der Entwickler verwirklichen zu müssen.
Stattdessen betrachtet Undead Labs die Marke offenbar als langfristiges Projekt, dessen Möglichkeiten mit jeder neuen Veröffentlichung erweitert werden können.
State of Decay 3 stellt in diesem Zusammenhang einen wichtigen Schritt dar, weil das Spiel eine neue technische Grundlage schaffen soll, auf der das Studio auch in Zukunft aufbauen kann.
Zukünftige State of Decay-Spiele sollen schneller entstehen
Aus den Schwierigkeiten während der Entwicklung von State of Decay 3 möchte Undead Labs Konsequenzen ziehen.
Laut Holt plant das Studio, die für den dritten Teil geschaffene technische Grundlage auch bei zukünftigen Projekten zu nutzen.
Dadurch könnten spätere Spiele schneller entstehen, da wichtige Systeme und Technologien nicht erneut vollständig entwickelt werden müssten.
Der Studio-Chef hält es deshalb für äußerst unwahrscheinlich, dass ein zukünftiges Projekt eine ähnlich lange Entwicklungszeit benötigt wie State of Decay 3.
Ein weiterer vollständiger Neustart soll nach Möglichkeit vermieden werden.
Die Erfahrungen aus der aktuellen Entwicklung könnten somit langfristig dazu beitragen, die Produktionsabläufe innerhalb des Studios effizienter zu gestalten.
Ob und wann ein möglicher vierter Teil erscheinen könnte, ist allerdings nicht bekannt. Konkrete Pläne für State of Decay 4 wurden im Zusammenhang mit den aktuellen Aussagen nicht vorgestellt.
Rund 8.000 Spieler testen State of Decay 3 bereits
Trotz der langen Entwicklungszeit scheint State of Decay 3 inzwischen deutliche Fortschritte gemacht zu haben.
Wie Philip Holt bestätigte, nehmen derzeit rund 8.000 Spieler an Tests des kommenden Zombie-Survival-Spiels teil.
Damit befindet sich das Projekt offenbar bereits in einer Phase, in der das Entwicklerstudio umfangreiches Feedback aus praktischen Spielsitzungen sammeln kann.
Solche Tests sind besonders wichtig, um die Stabilität, die Spielbalance und das Zusammenspiel verschiedener Mechaniken unter realistischen Bedingungen zu überprüfen.
Gerade bei einem Survival-Spiel, in dem unterschiedliche Systeme ineinandergreifen, können Rückmeldungen der Spieler wertvolle Hinweise auf notwendige Verbesserungen liefern.
Dabei dürften unter anderem das Verhalten der Zombies, die Verwaltung von Ressourcen, das Überleben in der Spielwelt und die Zusammenarbeit zwischen Spielern eine Rolle spielen.
Welche konkreten Inhalte den Testteilnehmern bereits zur Verfügung stehen und wie umfangreich die aktuelle Testversion ausfällt, verriet Holt allerdings nicht.
Die Beteiligung von rund 8.000 Spielern zeigt dennoch, dass Undead Labs inzwischen über die frühen Entwicklungs- und Prototypenphasen hinausgekommen ist.
Entwickler arbeiten bereits an einer Roadmap für die Zeit nach dem Release
Neben den laufenden Tests beschäftigt sich Undead Labs bereits mit der Zukunft von State of Decay 3 nach der Veröffentlichung.
Wie Holt erklärte, arbeitet das Studio an einer Roadmap, die die weitere Entwicklung des Spiels nach dem Launch begleiten soll.
Damit deutet sich an, dass State of Decay 3 langfristig mit zusätzlichen Inhalten und Verbesserungen unterstützt werden könnte.
Ein solches Konzept würde an die bisherige Strategie der Reihe anknüpfen. Bereits State of Decay 2 wurde über einen langen Zeitraum mit Updates versorgt und kontinuierlich erweitert.
Für den dritten Teil scheint Undead Labs erneut eine längerfristige Entwicklung anzustreben.
Welche Erweiterungen, neuen Funktionen oder zusätzlichen Inhalte geplant sind, wurde bislang allerdings nicht bekannt gegeben.
Ebenso wenig ist klar, ob das Studio kostenpflichtige Erweiterungen, kostenlose Updates oder eine Kombination aus beiden Modellen anbieten möchte.
Fest steht lediglich, dass die Verantwortlichen bereits über die eigentliche Veröffentlichung hinausplanen und State of Decay 3 als langfristig unterstütztes Spiel betrachten.
State of Decay 3 soll weiterhin 2027 erscheinen
Nach mehreren Jahren Entwicklung und einer grundlegenden kreativen Neuausrichtung scheint sich State of Decay 3 inzwischen der Fertigstellung zu nähern.
Laut den aktuellen Informationen befindet sich das Projekt auf der Zielgeraden. Die laufenden Spielertests und die Arbeiten an einer Roadmap für die Zeit nach dem Release sprechen dafür, dass Undead Labs zunehmend die abschließenden Entwicklungsphasen vorbereitet.
Ein konkreter Veröffentlichungstermin wurde allerdings weiterhin nicht genannt.
Der geplante Release-Zeitraum bleibt nach aktuellem Stand das Jahr 2027.
Damit müssen sich Fans der Zombie-Survival-Reihe zwar noch etwas gedulden, erhalten durch die jüngsten Aussagen des Studio-Chefs aber einen besseren Einblick in die Gründe für die lange Entwicklungszeit.
Besonders der vollständige Kurswechsel vom ursprünglich geplanten MMO hin zur heutigen Version erklärt, weshalb das Projekt deutlich mehr Zeit beanspruchte als zunächst erwartet.
State of Decay 3 soll die Reihe langfristig auf eine neue Grundlage stellen
Die aktuellen Aussagen von Philip Holt verdeutlichen, wie stark sich State of Decay 3 seit den ersten Entwicklungsarbeiten verändert hat.
Was ursprünglich als groß angelegtes Zombie-MMO geplant war, entwickelte sich nach einer umfassenden Neuausrichtung Ende 2022 beziehungsweise Anfang 2023 zu einem grundlegend überarbeiteten Projekt.
Dabei musste Undead Labs große Teile der bisherigen Arbeit verwerfen und das Spiel praktisch neu entwickeln.
Gleichzeitig möchte das Studio mit dem dritten Teil technische Einschränkungen des Vorgängers überwinden und eine Grundlage schaffen, die auch für zukünftige Projekte genutzt werden kann.
Mit rund 8.000 Testspielern und einer bereits in Planung befindlichen Roadmap für die Zeit nach dem Release deutet sich inzwischen an, dass die Entwicklung wichtige Fortschritte gemacht hat.
State of Decay 3 soll weiterhin im Jahr 2027 erscheinen. Ein konkreter Veröffentlichungstermin steht allerdings noch aus. Ob die umfassende Neuausrichtung tatsächlich zu einem besseren Zombie-Survival-Erlebnis führt, wird sich spätestens mit der Veröffentlichung zeigen.



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