Die Schließung von BioWare und die Einstellung des nächsten Mass Effect sorgen weiterhin für große Enttäuschung innerhalb der Gaming-Community. Nachdem Electronic Arts das Ende des traditionsreichen Entwicklerstudios angekündigt hatte, wandten sich zahlreiche Fans direkt an XBOX-Chefin Asha Sharma und forderten Microsoft dazu auf, die Rechte an der beliebten Science-Fiction-Reihe zu übernehmen. Brancheninsider Tom Henderson hält einen solchen Schritt allerdings aus wirtschaftlichen Gründen für wenig wahrscheinlich. Gleichzeitig sind neue Informationen zum eingestellten Mass Effect: Universe aufgetaucht, die erstmals ausführlichere Einblicke in die geplante Handlung, das Kampfsystem und den Umgang mit den unterschiedlichen Enden von Mass Effect 3 ermöglichen. Demnach wollte BioWare die Reihe mit einem Zeitsprung von rund 600 Jahren, einem galaktischen Kalten Krieg und einem frei gestaltbaren N7-Agenten grundlegend weiterentwickeln.
BioWare-Schließung sorgt für große Enttäuschung bei Mass-Effect-Fans
Mit der angekündigten Schließung von BioWare hat Electronic Arts eines der bekanntesten Rollenspielstudios der Videospielgeschichte aufgegeben. Das 1995 gegründete kanadische Unternehmen war unter anderem für die ersten beiden Baldur’s Gate-Spiele, Star Wars: Knights of the Old Republic sowie die Reihen Dragon Age und Mass Effect verantwortlich.
Besonders die Mass Effect-Trilogie mit Commander Shepard entwickelte sich zu einem der wichtigsten Science-Fiction-Rollenspiele ihrer Zeit. Die Verbindung aus umfangreicher Handlung, erinnerungswürdigen Begleitern und weitreichenden Entscheidungen machte die Reihe über viele Jahre zu einem Aushängeschild des Studios.
Am 21. Oktober 2026 gab Electronic Arts schließlich bekannt, dass BioWare geschlossen und die Arbeiten am nächsten Mass Effect eingestellt werden. Das Projekt befand sich zu diesem Zeitpunkt noch in einer frühen Entwicklungsphase.
Für zahlreiche Fans kam die Entscheidung überraschend. Schließlich hatte BioWare bereits seit mehreren Jahren an einer Fortsetzung gearbeitet, die das Universum nach den Ereignissen der ursprünglichen Trilogie und Mass Effect: Andromeda weiterentwickeln sollte.
Während ehemalige Entwickler und Branchenvertreter die Entscheidung von Electronic Arts kritisierten, begannen zahlreiche Spieler unmittelbar nach der Ankündigung damit, über mögliche Zukunftsperspektiven für die Marke zu diskutieren.
Besonders häufig wurde dabei Microsoft beziehungsweise Xbox als möglicher neuer Eigentümer genannt.
Fans fordern XBOX-Chefin Asha Sharma zum Kauf von Mass Effect auf
Kurz nach der Ankündigung der Studioschließung wandten sich zahlreiche Spieler auf X direkt an XBOX-Chefin Asha Sharma.
In ihren Beiträgen forderten sie Microsoft dazu auf, die Rechte an Mass Effect von Electronic Arts zu erwerben und die Entwicklung der Reihe unter dem Dach der XBOX Game Studios fortzusetzen.
Die Idee kommt nicht von ungefähr. Schließlich verbindet Mass Effect eine lange gemeinsame Geschichte mit XBOX.
Der erste Teil erschien 2007 zunächst für Xbox 360 und PC und entwickelte sich auf der Microsoft-Konsole zu einem wichtigen Rollenspiel. Erst Jahre später wurde das ursprüngliche Abenteuer auch für PlayStation veröffentlicht.
Durch diese Vergangenheit sehen einige Fans Microsoft als naheliegenden Kandidaten für eine mögliche Übernahme.
Hinzu kommt, dass Xbox mit Studios wie Bethesda Game Studios, Obsidian Entertainment und InXile Entertainment bereits über mehrere erfahrene Rollenspielentwickler verfügt.
Aus Sicht der Community könnte Mass Effect deshalb eine interessante Ergänzung des bestehenden Spieleportfolios darstellen.
Allerdings gibt es bislang keinerlei Hinweise darauf, dass Microsoft tatsächlich Verhandlungen mit Electronic Arts führt oder Interesse an einem Erwerb der Marke bekundet hat.
Die Forderungen stammen ausschließlich aus der Fangemeinde und stellen keine offizielle Ankündigung dar.
Brancheninsider Tom Henderson hält eine Übernahme für unwahrscheinlich
Obwohl die Idee einer Übernahme durch XBOX bei vielen Fans auf Zustimmung stößt, sieht Brancheninsider Tom Henderson erhebliche wirtschaftliche Hindernisse.
In einem Bericht auf Insider Gaming beschäftigte sich Henderson mit der Frage, ob Microsoft die Rechte an Mass Effect erwerben und anschließend einen neuen Teil entwickeln lassen könnte.
Seiner Einschätzung nach würde sich ein solches Vorhaben finanziell nur schwer rechtfertigen lassen.
Der entscheidende Faktor sei dabei nicht allein der mögliche Kaufpreis für die Marke, sondern auch das inzwischen enorm gestiegene Budget moderner Triple-A-Produktionen.
Um seine Argumentation zu verdeutlichen, stellte Henderson eine hypothetische Rechnung auf.
Angenommen, Electronic Arts würde für die Mass-Effect-Rechte rund 300 Millionen US-Dollar verlangen, müsste Microsoft zusätzlich einen ähnlich hohen Betrag für die Entwicklung eines neuen Spiels investieren.
Damit könnten sich die Gesamtkosten eines solchen Projekts auf etwa 600 Millionen US-Dollar belaufen.
Wichtig ist allerdings, dass es sich bei diesen Zahlen ausschließlich um ein Rechenbeispiel handelt. Ein tatsächlicher Verkaufspreis für Mass Effect wurde von Electronic Arts bislang nicht genannt.
Dennoch verdeutlicht die Rechnung, welche finanziellen Risiken mit einer Übernahme verbunden sein könnten.
Ein neues Mass Effect müsste Millionen Exemplare verkaufen
Nach Hendersons Einschätzung wäre bereits die Entwicklung eines neuen Mass Effect mit erheblichen wirtschaftlichen Herausforderungen verbunden.
Selbst wenn Microsoft die Kosten für den Erwerb der Marke außer Acht lassen würde, müsste ein neues Spiel seiner Berechnung zufolge ungefähr fünf Millionen Exemplare auf XBOX verkaufen, um einen kleinen Gewinn zu erzielen.
Dabei handelt es sich allerdings um eine vereinfachte Modellrechnung, die von bestimmten Annahmen zu Verkaufspreisen und Einnahmen ausgeht.
Die tatsächliche Wirtschaftlichkeit eines Spiels hängt von zahlreichen weiteren Faktoren ab, darunter Entwicklungskosten, Marketing, Plattformgebühren, zusätzliche Inhalte und Verkäufe über einen längeren Zeitraum.
Henderson bezweifelt zudem, dass Mass Effect allein ausreichend neue Spieler zum Kauf einer XBOX-Konsole bewegen würde.
Auch beim XBOX Game Pass sieht er nur begrenztes Potenzial.
Seiner Einschätzung nach wäre die Marke kein Titel, der automatisch Hunderttausende zusätzliche Abonnenten gewinnen und damit die hohen Investitionen ausgleichen könnte.
Für Microsoft würde sich deshalb die Frage stellen, ob sich der Kauf einer etablierten Marke tatsächlich stärker lohnt als die Weiterentwicklung bereits vorhandener Spiele und Studios.
XBOX Game Pass könnte die wirtschaftliche Rechnung erschweren
Ein weiterer Punkt in Hendersons Argumentation betrifft die Veröffentlichung neuer XBOX-Spiele im Game Pass.
Microsoft bietet seine großen First-Party-Produktionen üblicherweise direkt zum Verkaufsstart innerhalb des Abonnementdienstes an.
Dadurch können Abonnenten neue Spiele nutzen, ohne sie zusätzlich zum regulären Verkaufspreis erwerben zu müssen.
Dieses Geschäftsmodell kann zwar die Attraktivität des Game Pass erhöhen, erschwert allerdings die direkte Gegenüberstellung von Entwicklungskosten und klassischen Spieleverkäufen.
Henderson verwies in diesem Zusammenhang auf Gears of War: E-Day.
Unbestätigten Berichten zufolge soll die Entwicklung des Shooters rund 500 Millionen US-Dollar gekostet haben.
Gleichzeitig sollen die bisherigen Verkaufszahlen nach Schätzungen vergleichsweise niedrig ausgefallen sein, was teilweise mit der direkten Verfügbarkeit im Game Pass in Verbindung gebracht wird.
Allerdings handelt es sich sowohl bei den genannten Entwicklungskosten als auch bei den Verkaufszahlen um unbestätigte beziehungsweise geschätzte Angaben.
Zudem lassen sich die wirtschaftlichen Auswirkungen eines Abonnementdienstes nicht allein anhand verkaufter Exemplare beurteilen. Auch Abonnementeinnahmen, Nutzerbindung und langfristige Nutzung können eine Rolle spielen.
Dennoch verdeutlicht das Beispiel, warum Henderson eine weitere kostspielige Übernahme durch Microsoft kritisch betrachtet.
Steigende Triple-A-Budgets werden zum Problem für die gesamte Branche
Die wirtschaftlichen Herausforderungen beschränken sich nach Ansicht von Tom Henderson keineswegs auf Microsoft.
Vielmehr sieht er darin ein grundsätzliches Problem der gesamten Videospielbranche.
Die Entwicklung moderner Triple-A-Spiele verschlingt inzwischen teilweise mehrere Hundert Millionen US-Dollar. Gleichzeitig steigen die Erwartungen an Grafik, Umfang, technische Qualität und Präsentation.
Hinzu kommen Marketingausgaben und weitere Kosten, die bei der wirtschaftlichen Planung berücksichtigt werden müssen.
Henderson erklärte, dass ein Publisher bei einem Verkaufspreis von 70 US-Dollar und einem Entwicklungsbudget von rund 300 Millionen US-Dollar unter bestimmten Annahmen ungefähr 6,5 Millionen Exemplare verkaufen müsste, um die Gewinnschwelle zu erreichen.
Der Unterschied zu einer vereinfachten Rechnung mit fünf Millionen Verkäufen entsteht unter anderem dadurch, dass externe Plattformbetreiber einen Anteil der Verkaufserlöse erhalten.
Dabei wären mögliche Kosten für den Erwerb der Mass Effect-Rechte noch nicht berücksichtigt.
Ein neuer Teil müsste deshalb nicht nur ein überzeugendes Rollenspiel werden, sondern auch ein ausreichend großes Publikum erreichen, um die hohen Investitionen wieder einzuspielen.
Gerade bei einer traditionsreichen Reihe wie Mass Effect stellt sich dabei die Frage, wie groß die tatsächliche Zielgruppe heute noch ist.
Mass Effect 3 zeigt die wirtschaftlichen Herausforderungen
Um die Größenordnung zu verdeutlichen, verwies Henderson auf die Verkaufszahlen von Mass Effect 3.
Der 2012 veröffentlichte Abschluss der ursprünglichen Trilogie gilt als kommerziell erfolgreichster Teil der Reihe.
Schätzungen zufolge wurden bis 2023 insgesamt rund sechs bis sieben Millionen Exemplare verkauft.
Damit erreichte das Spiel über einen Zeitraum von mehr als zehn Jahren eine beachtliche Zahl an Käufern.
Allerdings haben sich die Produktionsbedingungen innerhalb der Videospielbranche seitdem erheblich verändert.
Während frühere Rollenspiele mit vergleichsweise überschaubaren Budgets entwickelt werden konnten, sind die Kosten moderner Großproduktionen deutlich gestiegen.
Selbst Verkaufszahlen, die vor einigen Jahren noch als großer Erfolg galten, könnten deshalb bei besonders kostspieligen Projekten unter Umständen nicht mehr ausreichen.
Hinzu kommt, dass die historischen Verkaufszahlen von Mass Effect 3 nicht automatisch auf einen möglichen Nachfolger übertragen werden können.
Ob ein neues Mass Effect heute ein größeres Publikum erreichen würde, lässt sich derzeit nicht zuverlässig vorhersagen.
Aus Hendersons Sicht wäre eine Übernahme durch Microsoft deshalb mit erheblichen finanziellen Risiken verbunden.
Neue Leaks enthüllen die Pläne für Mass Effect: Universe
Während die Fans über eine mögliche Zukunft der Marke diskutieren, sind inzwischen weitere Informationen zum eingestellten Nachfolger aufgetaucht.
Das Projekt soll intern beziehungsweise während seiner Entwicklung unter dem Namen Mass Effect: Universe bekannt gewesen sein.
Bereits zuvor war ein angeblicher Trailer aufgetaucht, der erste Einblicke in die geplante Ausrichtung des Spiels gewährte.
Nun hat der YouTuber Dantics zusätzliche Details veröffentlicht.
Nach eigenen Angaben gehörte er einem sogenannten Community-Rat an, der BioWare während der Entwicklung mit Feedback unterstützte.
Wie Kotaku berichtet, stammen die neuen Informationen aus seinen Einblicken in das Projekt.
Dabei geht es nicht nur um die geplante Handlung, sondern auch um das Kampfsystem, die Hauptfigur und den Umgang mit den unterschiedlichen Enden von Mass Effect 3.
Allerdings wurden die geschilderten Details bislang nicht vollständig von BioWare oder Electronic Arts bestätigt.
Sie sollten deshalb als Angaben eines ehemaligen Beteiligten und nicht als abschließend bestätigte Informationen über das eingestellte Spiel betrachtet werden.
Mass Effect: Universe sollte 600 Jahre nach dem Reaper-Krieg spielen
Eine der größten geplanten Veränderungen betraf offenbar den zeitlichen Rahmen der Handlung.
Nach Angaben von Dantics sollte Mass Effect: Universe ungefähr 600 Jahre nach dem Reaper-Krieg angesiedelt sein.
Damit hätte BioWare einen erheblichen Zeitsprung gegenüber der ursprünglichen Trilogie vorgenommen.
Diese Entscheidung sollte offenbar gleich mehrere erzählerische Herausforderungen lösen.
Zum einen hätte der große zeitliche Abstand die Möglichkeit geschaffen, eine neue politische und gesellschaftliche Ausgangslage innerhalb der Milchstraße zu etablieren.
Zum anderen wäre das Spiel zeitlich näher an Mass Effect: Andromeda gerückt, dessen Handlung ebenfalls mehrere Jahrhunderte nach den Ereignissen der ursprünglichen Trilogie angesiedelt ist.
Dadurch hätte BioWare möglicherweise beide Handlungsstränge stärker miteinander verbinden können.
Besonders interessant ist allerdings, dass der Zeitsprung auch eine Lösung für eines der größten erzählerischen Probleme der Reihe bieten sollte.
Gemeint sind die unterschiedlichen Enden von Mass Effect 3.
BioWare wollte offenbar alle drei Enden von Mass Effect 3 berücksichtigen
Das Ende von Mass Effect 3 gehört bis heute zu den am häufigsten diskutierten Entscheidungen innerhalb der Reihe.
Spieler konnten damals zwischen mehreren Möglichkeiten wählen, die das Schicksal der Reaper und der gesamten Galaxie unterschiedlich beeinflussten.
Für eine direkte Fortsetzung stellt dies eine erhebliche Herausforderung dar.
Würde BioWare eines der Enden offiziell als kanonisch festlegen, könnten sich Spieler benachteiligt fühlen, die sich damals für eine andere Variante entschieden hatten.
Nach Angaben von Dantics wollte das Entwicklerteam dieses Problem durch den großen zeitlichen Abstand umgehen.
Statt ein einziges Ende verbindlich festzulegen, sollten die Auswirkungen der drei Hauptentscheidungen nach rund 600 Jahren so weit relativiert werden, dass sie in eine gemeinsame Ausgangslage überführt werden könnten.
Bei der Zerstörungsentscheidung wäre Commander Shepard nach sechs Jahrhunderten längst verstorben, würde innerhalb der Galaxie allerdings weiterhin als legendäre Persönlichkeit gelten.
Im Falle des Kontrollendes hätten die verbliebenen Reaper durch den technologischen Fortschritt inzwischen einen großen Teil ihrer früheren Überlegenheit verloren.
Auch das Synthese-Ende sollte berücksichtigt werden. Die Verschmelzung organischer und synthetischer Lebensformen wäre demnach durch die fortschreitende Entwicklung kybernetischer Technologien in weiten Teilen der Galaxie zu einem gewöhnlichen Bestandteil des Alltags geworden.
Damit hätte BioWare versucht, die unterschiedlichen Entscheidungen der Spieler zu respektieren, ohne drei vollständig voneinander getrennte Geschichten entwickeln zu müssen.
Wie genau die Umsetzung im fertigen Spiel ausgesehen hätte, bleibt allerdings offen.
Ein galaktischer Kalter Krieg sollte die neue Handlung bestimmen
Auch die politische Situation innerhalb der Milchstraße sollte sich in Mass Effect: Universe grundlegend verändert haben.
Anstelle einer unmittelbar bevorstehenden Vernichtung der Galaxie durch die Reaper sollte ein Konflikt zwischen drei großen Machtblöcken im Mittelpunkt stehen.
Nach den geleakten Informationen plante BioWare eine Art galaktischen Kalten Krieg, bei dem verschiedene Fraktionen um politischen Einfluss, technologische Überlegenheit und die Kontrolle wichtiger Regionen konkurrieren.
Eine der drei Großmächte sollte aus einer Allianz zwischen Menschen, Kroganern und Batarianern bestehen.
Eine weitere Fraktion hätte sich aus den traditionellen Ratsvölkern zusammengesetzt, darunter Turianer, Salarianer und Asari.
Als dritte bedeutende Macht sollten die Geth auftreten.
Damit wären die synthetischen Lebensformen nicht länger ausschließlich als ehemalige Gegner oder Verbündete aufgetreten, sondern hätten sich zu einem eigenständigen politischen Machtfaktor entwickelt.
Die neue Ausgangslage hätte zahlreiche Möglichkeiten für diplomatische Konflikte, Spionage und unterschiedliche Loyalitäten eröffnet.
Statt einer einzelnen übermächtigen Bedrohung wäre die Handlung stärker von politischen Spannungen und konkurrierenden Interessen geprägt gewesen.
Die Geth sollten eine Verbindung zur Andromeda-Galaxie errichten
Eine besonders interessante Rolle hätten offenbar die Geth übernommen.
Nach Angaben von Dantics sollten sie im Laufe der vergangenen Jahrhunderte enorme technologische Fortschritte erzielt haben.
Dazu gehörte unter anderem die Errichtung gewaltiger Megastrukturen, mit denen eine direkte Verbindung zwischen der Milchstraße und der Andromeda-Galaxie geschaffen werden sollte.
Damit hätte BioWare möglicherweise eine erzählerische Brücke zwischen der ursprünglichen Mass-Effect-Trilogie und Mass Effect: Andromeda geschlagen.
Das 2017 veröffentlichte Rollenspiel verlagerte die Handlung erstmals in eine andere Galaxie und führte neue Figuren, Regionen und Konflikte ein.
Eine direkte Verbindung zwischen beiden Galaxien hätte deshalb zahlreiche Möglichkeiten eröffnet, bekannte Elemente der Reihe mit den Entwicklungen aus Andromeda zusammenzuführen.
Ob die geplanten Megastrukturen lediglich als Hintergrundelemente dienen oder eine zentrale Rolle innerhalb der Handlung spielen sollten, geht aus den bisherigen Informationen allerdings nicht eindeutig hervor.
Dennoch deutet die Idee darauf hin, dass BioWare langfristig ein stärker miteinander verbundenes Mass-Effect-Universum schaffen wollte.
Spieler sollten einen eigenen N7-Agenten erstellen können
Nicht nur die Handlung, sondern auch die Hauptfigur sollte sich offenbar deutlich von den bisherigen Spielen unterscheiden.
Anstelle eines fest vorgegebenen Helden wie Commander Shepard war laut Dantics ein frei gestaltbarer N7-Agent vorgesehen.
Die Spieler hätten damit einen eigenen Charakter erschaffen und dessen Erscheinungsbild individuell anpassen können.
Die N7-Kennzeichnung steht innerhalb des Mass-Effect-Universums für besonders hoch qualifizierte Angehörige der militärischen Spezialeinheiten der Systemallianz.
Ein solcher Hintergrund hätte sich gut für eine Geschichte geeignet, die stärker auf Geheimoperationen, Spionage und politische Konflikte setzt.
Während Shepard in der ursprünglichen Trilogie häufig als zentrale Figur eines galaktischen Krieges auftrat, hätte der neue Protagonist offenbar eher die Rolle eines spezialisierten Agenten übernommen.
Damit wären auch andere Missionsarten und spielerische Möglichkeiten denkbar gewesen.
Nach den bisherigen Informationen sollte sich die neue Ausrichtung vor allem im Kampfsystem und bei den verfügbaren Fähigkeiten bemerkbar machen.
Gameplay sollte Elemente aus James Bond, John Wick und Hitman verbinden
Bei der spielerischen Gestaltung plante BioWare offenbar eine Mischung aus klassischen Mass Effect-Elementen und modernen Action- beziehungsweise Agentenspielen.
Dantics beschrieb die geplante Ausrichtung als Kombination aus James Bond, John Wick und Hitman.
Damit sollte Mass Effect: Universe stärker auf verdeckte Operationen, dynamische Kämpfe und unterschiedliche Vorgehensweisen innerhalb einzelner Missionen setzen.
Eine zentrale Rolle hätte dabei ein spezielles Implantat im Kopf des Protagonisten gespielt.
Dieses sollte umfangreiche Hacking-Fähigkeiten ermöglichen, die an Mechaniken aus Cyberpunk 2077 erinnern.
Spieler hätten damit beispielsweise Sicherheitssysteme deaktivieren, technische Einrichtungen manipulieren und bestimmte Gefahren innerhalb der Umgebung aus der Ferne steuern können.
Darüber hinaus war offenbar eine Art Röntgenblick vorgesehen, mit dem sich Gegner oder relevante Objekte durch Wände erkennen lassen sollten.
Solche Fähigkeiten hätten es ermöglicht, Auseinandersetzungen bereits vor dem eigentlichen Kampf vorzubereiten.
Die Spieler hätten dadurch verschiedene Möglichkeiten erhalten, sich einen taktischen Vorteil zu verschaffen oder bestimmte Situationen möglicherweise ohne direkte Konfrontation zu lösen.
Nahkampf und dynamische Bewegungen sollten wichtiger werden
Auch das eigentliche Kampfsystem sollte sich von früheren Mass-Effect-Spielen unterscheiden.
Nach den geleakten Informationen plante BioWare deutlich dynamischere Bewegungsabläufe und intensivere Nahkampfangriffe.
Dazu gehörten unter anderem spezielle Ausschaltanimationen, mit denen Gegner im direkten Kampf überwältigt werden konnten.
Die Entwickler wollten offenbar ein schnelleres und körperbetonteres Kampfsystem schaffen, das stärker an moderne Actionspiele erinnert.
Gleichzeitig sollten die Hacking-Fähigkeiten des N7-Agenten zusätzliche taktische Möglichkeiten eröffnen.
Spieler hätten damit unterschiedliche Kampfstile miteinander kombinieren können.
So wäre es beispielsweise denkbar gewesen, zunächst Sicherheitssysteme zu manipulieren, anschließend einzelne Gegner gezielt auszuschalten und schließlich in einen offenen Kampf überzugehen.
Welche konkreten Fähigkeiten, Waffen oder Charakterklassen im fertigen Spiel verfügbar gewesen wären, ist allerdings nicht bekannt.
Auch lässt sich nicht sagen, wie weit die beschriebenen Mechaniken zum Zeitpunkt der Einstellung bereits entwickelt waren.
Handgefertigte Missionen statt weitläufiger Spielwelten
Eine weitere Veränderung betraf offenbar das Missionsdesign.
Während Mass Effect: Andromeda stärker auf weitläufige und erkundbare Gebiete setzte, wollte BioWare mit Universe wieder kompaktere und gezielter gestaltete Einsatzorte anbieten.
Nach Angaben von Dantics sollten die Missionen aus handgefertigten Arealen bestehen, die unterschiedliche Vorgehensweisen ermöglichen.
Als Vergleich wurden unter anderem die Level der Hitman-Reihe genannt.
Solche Einsatzorte bieten häufig mehrere Wege zum Ziel und erlauben es den Spielern, ihre Umgebung strategisch zu nutzen.
Damit hätte Mass Effect: Universe möglicherweise eine Mischung aus der stärker inszenierten Struktur der ursprünglichen Trilogie und den spielerischen Freiheiten moderner Agentenspiele geboten.
Der Fokus sollte offenbar weniger auf der Größe der Spielwelt liegen, sondern stärker auf der Qualität und Vielseitigkeit einzelner Missionen.
Gerade im Zusammenhang mit dem geplanten Hacking-System und den dynamischeren Kämpfen hätte diese Ausrichtung zahlreiche neue Möglichkeiten eröffnet.
Begleiter sollten wieder stärker miteinander in Konflikt geraten
Neben den spielerischen Neuerungen wollte BioWare offenbar auch zu einer der größten Stärken der ursprünglichen Trilogie zurückkehren.
Gemeint sind die Beziehungen zwischen den Begleitern.
Insbesondere Mass Effect 2 wurde für seine umfangreichen Charaktergeschichten und die teilweise konfliktreichen Beziehungen innerhalb der Crew gelobt.
Nach Angaben von Dantics sollten solche Spannungen auch in Mass Effect: Universe wieder eine wichtige Rolle spielen.
Die Teammitglieder hätten unterschiedliche Überzeugungen, Interessen und Loyalitäten vertreten, wodurch es innerhalb der Gruppe zu Auseinandersetzungen kommen konnte.
Damit wären die Begleiter nicht ausschließlich als Unterstützung im Kampf aufgetreten, sondern hätten die Handlung und das soziale Gefüge der Gruppe aktiv beeinflusst.
Auch romantische Beziehungen sollten offenbar wieder Bestandteil des Spiels sein.
Wie umfangreich diese Systeme geplant waren und welche Figuren als mögliche Begleiter vorgesehen waren, geht aus den bisherigen Informationen allerdings nicht vollständig hervor.
Dennoch deutet die geplante Ausrichtung darauf hin, dass BioWare die charaktergetriebenen Elemente früherer Mass-Effect-Spiele wieder stärker in den Mittelpunkt stellen wollte.
Liara T’Soni sollte als mächtige Asari-Matriarchin zurückkehren
Eine besonders interessante Information betrifft die Rückkehr von Liara T’Soni.
Die Asari gehörte bereits in der ursprünglichen Trilogie zu den wichtigsten Figuren und entwickelte sich im Verlauf der Handlung zu einer engen Vertrauten von Commander Shepard.
Nach den neuen Angaben sollte Liara auch in Mass Effect: Universe auftreten.
Aufgrund des geplanten Zeitsprungs von rund 600 Jahren hätte sie sich allerdings erheblich weiterentwickelt.
Demnach war vorgesehen, dass Liara inzwischen den Status einer mächtigen Asari-Matriarchin erreicht hatte.
Da Asari innerhalb des Mass Effect-Universums eine sehr hohe Lebenserwartung besitzen, wäre eine solche Rückkehr grundsätzlich mit der etablierten Hintergrundgeschichte vereinbar gewesen.
Ihre Rolle hätte zudem eine Verbindung zwischen den Ereignissen der ursprünglichen Trilogie und der neuen Handlung geschaffen.
Liara hätte als eine der wenigen noch lebenden bekannten Figuren persönliche Erinnerungen an den Reaper-Krieg besitzen können.
Welche konkrete Bedeutung sie für die Geschichte oder die neue Hauptfigur gehabt hätte, wurde bislang allerdings nicht näher erläutert.
Ehemaliges Community-Ratsmitglied zeigt sich vom eingestellten Projekt begeistert
Dantics äußerte sich nicht nur zu den geplanten Inhalten, sondern auch zur Qualität des Projekts, das er während seiner Zusammenarbeit mit BioWare kennenlernen konnte.
Nach seiner Einschätzung wollte das Studio mit Mass Effect: Universe ein Spiel entwickeln, das sich besonders stark an den Erwartungen langjähriger Fans orientiert.
Er erklärte, dass das Projekt nach dem, was er gesehen habe, einen äußerst vielversprechenden Eindruck hinterlassen habe.
Besonders bedauerlich sei deshalb, dass die Spieler das geplante Abenteuer möglicherweise niemals selbst erleben können.
Seine Aussagen spiegeln allerdings eine persönliche Einschätzung wider.
Da Mass Effect: Universe nicht fertiggestellt wurde, lässt sich nicht beurteilen, wie die verschiedenen Ideen im endgültigen Spiel funktioniert hätten.
Auch bleibt offen, welche der beschriebenen Mechaniken tatsächlich bis zur Veröffentlichung umgesetzt worden wären.
Dennoch vermitteln die Informationen einen Eindruck davon, welche Richtung BioWare für die Zukunft der Reihe vorgesehen hatte.
Könnte Mass Effect: Universe eines Tages doch noch erscheinen?
Ob die Entwicklung von Mass Effect: Universe jemals wieder aufgenommen wird, ist derzeit völlig offen.
Mit der Schließung von BioWare und der Einstellung des Projekts hat Electronic Arts zunächst einen Schlussstrich unter die bisherigen Arbeiten gezogen.
Grundsätzlich wäre es allerdings denkbar, dass ein anderes Entwicklerstudio die Reihe zu einem späteren Zeitpunkt fortsetzt.
Dafür müsste Electronic Arts entweder selbst eine neue Entwicklung in Auftrag geben oder die Rechte an Mass Effect an ein anderes Unternehmen verkaufen.
Auch eine Übernahme vorhandener Konzepte und Entwicklungsarbeiten wäre theoretisch möglich.
Allerdings ist nicht bekannt, in welchem Zustand sich das Projekt zum Zeitpunkt seiner Einstellung befand und welche Inhalte tatsächlich weiterverwendet werden könnten.
Hinzu kommt, dass die nun veröffentlichten Informationen aus einer früheren Entwicklungsphase stammen könnten.
Selbst wenn die Reihe eines Tages fortgesetzt wird, bedeutet das deshalb nicht automatisch, dass sämtliche Ideen aus Mass Effect: Universe übernommen werden.
Eine offizielle Ankündigung zur Wiederaufnahme der Entwicklung liegt bislang nicht vor.
Mark Darrah hält einen Verkauf der Mass Effect-Rechte für möglich
Der langjährige BioWare-Produzent Mark Darrah hatte sich bereits zur möglichen Zukunft der bekannten Rollenspielmarken geäußert.
Seiner Einschätzung nach könnte Electronic Arts angesichts der stärkeren Konzentration auf besonders erfolgreiche Marken irgendwann zu dem Schluss kommen, dass ein Verkauf von Mass Effect oder Dragon Age wirtschaftlich sinnvoll wäre.
Darrah verwies darauf, dass sich die Unternehmensstrategie derzeit offenbar vor allem auf die Kontrolle der Kosten konzentriere.
Sollte Electronic Arts künftig verstärkt nach zusätzlichen Einnahmequellen suchen, könnten bislang ungenutzte Markenrechte möglicherweise wieder interessant werden.
Ein Verkauf würde dem Publisher zusätzliche Einnahmen ermöglichen und gleichzeitig einem anderen Unternehmen die Gelegenheit bieten, die Reihen fortzuführen.
Allerdings handelt es sich dabei ausdrücklich um eine Einschätzung des ehemaligen Produzenten.
Electronic Arts hat bislang weder einen Verkauf von Mass Effect noch eine Veräußerung der Dragon Age-Rechte offiziell angekündigt.
Welche Bedeutung die beiden Marken künftig innerhalb des Unternehmens haben werden, ist deshalb weiterhin unklar.
Mass Effect steht vor einer ungewissen Zukunft
Die aktuellen Entwicklungen zeigen, wie groß das Interesse an der Zukunft von Mass Effect trotz der Schließung von BioWare weiterhin ist.
Während zahlreiche Fans Microsoft zu einer Übernahme der Marke auffordern, warnt Tom Henderson vor den erheblichen wirtschaftlichen Risiken eines solchen Vorhabens.
Allein der Erwerb der Rechte und die anschließende Entwicklung eines neuen Triple-A-Rollenspiels könnten Investitionen in Höhe von mehreren Hundert Millionen US-Dollar erfordern.
Gleichzeitig verdeutlichen die neuen Informationen zu Mass Effect: Universe, dass BioWare offenbar weitreichende Pläne für die Zukunft der Reihe hatte.
Ein Zeitsprung von rund 600 Jahren, ein galaktischer Kalter Krieg zwischen drei Machtblöcken, die Rückkehr von Liara T’Soni und ein neuer N7-Agent mit umfangreichen Hacking-Fähigkeiten hätten das bekannte Universum in eine neue Richtung führen können.
Besonders interessant erscheint der geplante Umgang mit den unterschiedlichen Enden von Mass Effect 3, die durch den großen zeitlichen Abstand offenbar alle berücksichtigt werden sollten.
Ob diese Ideen eines Tages doch noch in einem neuen Mass Effect-Spiel aufgegriffen werden, bleibt abzuwarten.
Fest steht bislang lediglich, dass Electronic Arts die Entwicklung des geplanten Nachfolgers eingestellt hat und BioWare geschlossen wird. Ein Verkauf der Marke oder eine Übernahme durch Xbox wurde nicht angekündigt. Für die Fans bleibt damit vorerst nur die Hoffnung, dass Mass Effect irgendwann unter neuen Voraussetzungen zurückkehren könnte.



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