Sony scheint seinen schrittweisen Rückzug aus dem Geschäft mit physischen Medien fortzusetzen. Nachdem der japanische Konzern bereits angekündigt hatte, die Disc-Produktion für neue PlayStation-Spiele ab Januar 2028 einzustellen, deutet sich nun auch das Ende seiner eigenständigen 4K-Ultra-HD-Blu-ray-Player an. Das letzte entsprechende Modell, der UBP-X700/K, wird in Japan offenbar nicht mehr nachgeliefert. Ein Nachfolger wurde bislang nicht angekündigt. Für Filmfans könnte damit eine weitere Möglichkeit verschwinden, ihre Blu-ray-Sammlung auf einem Gerät von Sony abzuspielen.
Sony könnte sich vollständig aus dem Markt für 4K-Blu-ray-Player verabschieden
Sony gehörte über viele Jahre zu den wichtigsten Unternehmen hinter der Entwicklung und Verbreitung des Blu-ray-Formats. Besonders mit der PlayStation 3, die bereits 2006 ein integriertes Blu-ray-Laufwerk erhielt, trug der Konzern maßgeblich dazu bei, den optischen Datenträger einem breiten Publikum zugänglich zu machen.
Auch in den darauffolgenden Jahren setzte Sony sowohl bei seinen PlayStation-Konsolen als auch bei eigenständigen Abspielgeräten auf Blu-rays. Mit der Einführung von Ultra HD Blu-ray wurde das Angebot um die Wiedergabe hochauflösender 4K-Filme erweitert.
Inzwischen scheint sich diese Strategie jedoch grundlegend zu verändern. Wie das Gaming-Magazin Push Square unter Berufung auf den japanischen Technikblog Kunkoku berichtet, soll Sony die Auslieferung seines letzten dedizierten 4K-Ultra-HD-Blu-ray-Players einstellen.
Betroffen ist das Modell UBP-X700/K, das bislang zu den verbliebenen Geräten des Herstellers für die Wiedergabe hochauflösender Film-Discs gehörte.
Eine offizielle Ankündigung über den vollständigen Rückzug aus dem Blu-ray-Player-Markt liegt zwar noch nicht vor, die aktuellen Entwicklungen deuten jedoch darauf hin, dass Sony dieses Geschäftsfeld nicht weiterführen könnte.
Sony UBP-X700/K in Japan ausverkauft und ohne geplante Nachlieferung
Besonders deutlich wird die Situation auf den offiziellen japanischen Produktseiten von Sony. Dort wird der UBP-X700/K inzwischen als ausverkauft geführt. Gleichzeitig weist der Hersteller darauf hin, dass keine weiteren Lieferungen geplant sind.
Damit scheint das Ende des Geräts zumindest auf dem japanischen Markt bevorzustehen.
Auch in Deutschland zeichnet sich eine ähnliche Entwicklung ab. Im offiziellen deutschen Onlineshop von Sony wird der UBP-X700/K derzeit als nicht auf Lager angezeigt. Der angegebene Verkaufspreis liegt bei 349 €.
Zwar ist der Blu-ray-Player in einigen Regionen, darunter Europa und die USA, teilweise noch über andere Händler erhältlich. Allerdings bleibt unklar, wie lange die vorhandenen Bestände ausreichen werden.
Besonders auffällig ist, dass Sony bislang weder ein Nachfolgemodell noch einen direkten Ersatz für den UBP-X700/K vorgestellt hat.
Sollte der Hersteller tatsächlich keine weiteren Geräte mehr produzieren, würde mit dem Ausverkauf der verbleibenden Exemplare auch das aktuelle Angebot eigenständiger 4K-Ultra-HD-Blu-ray-Player von Sony enden.
PlayStation 5 bleibt als Alternative für 4K-Blu-rays
Für Besitzer physischer Filmsammlungen bleibt innerhalb des aktuellen PlayStation-Portfolios zumindest die PlayStation 5 als mögliche Alternative bestehen.
Allerdings gilt dies ausschließlich für Konsolen, die über ein entsprechendes Disc-Laufwerk verfügen. Die rein digitale Variante der PS5 kann ohne ein kompatibles Laufwerk keine Blu-rays abspielen.
Mit einer geeigneten PS5 lassen sich neben herkömmlichen Blu-rays auch Filme auf 4K-Ultra-HD-Blu-ray wiedergeben. Damit übernimmt die Konsole zumindest einen Teil der Funktionen eines eigenständigen Abspielgeräts.
Für anspruchsvolle Heimkino-Enthusiasten gibt es allerdings einige Einschränkungen.
So unterstützt die PlayStation 5 bei der Wiedergabe von Film-Discs kein Dolby Vision. Stattdessen beschränkt sich die HDR-Ausgabe auf das statische HDR10-Format.
Dolby Vision arbeitet hingegen mit dynamischen Metadaten, die eine szenen- oder bildabhängige Anpassung der HDR-Darstellung ermöglichen. Auf entsprechend ausgestatteten Fernsehern kann dies zu einer präziseren Wiedergabe von Helligkeit und Kontrasten beitragen.
Gerade deshalb sind eigenständige UHD-Blu-ray-Player bei Filmfans weiterhin gefragt.
Sony UBP-X700/K bietet Dolby Vision und hochwertige Audioformate
Der Sony UBP-X700/K unterscheidet sich von der PlayStation 5 insbesondere durch seine Unterstützung zusätzlicher Heimkinoformate.
Neben der Wiedergabe von 4K-Ultra-HD-Blu-rays unterstützt das Gerät auch Dolby Vision. Dadurch können kompatible Filme mit dynamischen HDR-Metadaten wiedergegeben werden, sofern auch der angeschlossene Fernseher diese Technik unterstützt.
Darüber hinaus bietet der Player Unterstützung für hochwertige Audioformate wie Dolby Atmos und DTS.
Diese Technologien ermöglichen bei entsprechender Heimkinoausstattung eine räumliche Klangwiedergabe, bei der Geräusche nicht nur aus verschiedenen Richtungen, sondern auch aus der Höhe wahrgenommen werden können.
Für Nutzer, die großen Wert auf eine möglichst hochwertige Filmwiedergabe legen, bietet ein dedizierter Blu-ray-Player deshalb weiterhin Vorteile gegenüber einer Spielekonsole.
Sollte Sony das Segment tatsächlich verlassen, müssten Interessenten künftig verstärkt auf Geräte anderer Hersteller zurückgreifen.
Zu den verbleibenden Anbietern entsprechender Heimkino-Hardware gehört beispielsweise Panasonic, das weiterhin eigenständige UHD-Blu-ray-Player anbietet.
Disc-Produktion für neue PlayStation-Spiele soll 2028 enden
Der mögliche Rückzug aus dem Blu-ray-Player-Markt ist nicht die erste Entwicklung, die auf einen grundlegenden Strategiewechsel bei Sony hindeutet.
Bereits im Juli 2026 wurde bekannt, dass der Konzern die Disc-Produktion für neue PlayStation-Spiele ab Januar 2028 einstellen will.
Damit würde Sony bei zukünftigen Neuveröffentlichungen vollständig auf digitale Vertriebswege setzen. Spiele könnten dann ausschließlich über digitale Angebote wie den PlayStation Store erworben werden.
Für Spieler, die ihre Sammlung bevorzugt auf physischen Datenträgern aufbauen, hätte dieser Schritt weitreichende Folgen.
Physische Spiele lassen sich beispielsweise weiterverkaufen, verleihen oder gebraucht erwerben. Darüber hinaus profitieren Käufer häufig vom Wettbewerb zwischen unterschiedlichen Händlern, der insbesondere einige Zeit nach der Veröffentlichung zu niedrigeren Verkaufspreisen führen kann.
Bei rein digitalen Veröffentlichungen sind Spieler dagegen stärker an die jeweiligen Plattformbetreiber und deren digitale Vertriebsangebote gebunden.
Auch für Sammler würde der Wegfall neuer Disc-Veröffentlichungen eine bedeutende Veränderung darstellen.
Der mögliche Abschied von eigenständigen Blu-ray-Playern könnte daher ein weiterer Hinweis darauf sein, dass Sony optischen Datenträgern langfristig eine geringere Bedeutung beimisst.
Wird die PlayStation 6 ohne Disc-Laufwerk erscheinen?
Die Veränderungen werfen zugleich Fragen zur kommenden Konsolengeneration auf.
Sollte Sony seine Pläne zum Ende der Disc-Produktion für neue PlayStation-Spiele tatsächlich umsetzen, könnte dies auch Auswirkungen auf die Ausstattung der PlayStation 6 haben.
Branchenbeobachter halten es angesichts der zunehmenden Digitalisierung für möglich, dass die nächste PlayStation-Generation vollständig ohne optisches Laufwerk erscheinen könnte.
Eine solche Entscheidung würde allerdings nicht nur den Kauf neuer Spiele betreffen. Auch die Abwärtskompatibilität mit vorhandenen physischen PlayStation-Spielen wäre davon abhängig, ob Sony eine entsprechende Lösung anbietet.
Darüber hinaus würde eine Konsole ohne Laufwerk nicht mehr als Blu-ray-Player für bestehende Filmsammlungen dienen können.
Bislang hat Sony allerdings keine offiziellen Angaben dazu gemacht, ob die PlayStation 6 ein Disc-Laufwerk besitzen wird oder vollständig auf digitale Inhalte setzt.
Entsprechend handelt es sich bei den derzeitigen Einschätzungen um Spekulationen, die sich aus der allgemeinen Unternehmensstrategie ableiten.
Sony hat bereits die Produktion von Blu-ray-Recordern beendet
Der mögliche Abschied von eigenständigen UHD-Blu-ray-Playern reiht sich in weitere Veränderungen innerhalb der Unterhaltungselektroniksparte ein.
Bereits im Februar hatte Sony das Ende seiner Blu-ray-Disc-Recorder bekannt gegeben. Damit verabschiedete sich das Unternehmen aus einem weiteren Geschäftsbereich, der auf optische Datenträger setzte.
Auch in anderen Hardwaresegmenten verfolgt der Konzern inzwischen neue Strategien.
So wurde die Bravia-Fernsehsparte im Rahmen einer Partnerschaft mit dem chinesischen Elektronikhersteller TCL in ein Joint Venture überführt.
Diese Entwicklung verdeutlicht, dass Sony sein traditionelles Elektronikgeschäft zunehmend neu organisiert und stärker auf Partnerschaften sowie ausgewählte Geschäftsbereiche setzt.
Gleichzeitig gewinnen digitale Unterhaltungsangebote, Videospiele, Filme und weitere Inhalte für den Konzern immer mehr an Bedeutung.
Sony richtet seine Unternehmensstrategie zunehmend auf Entertainment aus
Dass Sony seinen Schwerpunkt langfristig stärker auf Unterhaltung und digitale Inhalte verlagern möchte, zeichnete sich bereits in früheren Aussagen der Unternehmensführung ab.
Sony-CEO Hiroki Totoki hatte im vergangenen Frühjahr in einem Interview Einblicke in die strategische Ausrichtung des Konzerns gegeben und dabei die zunehmende Bedeutung des Entertainment-Geschäfts hervorgehoben.
Neben PlayStation spielen insbesondere die Film-, Musik- und weiteren Unterhaltungsbereiche eine zentrale Rolle für die zukünftige Entwicklung des Unternehmens.
Die klassische Unterhaltungselektronik bleibt zwar weiterhin Bestandteil des Portfolios, scheint jedoch nicht mehr in sämtlichen Produktkategorien denselben Stellenwert wie in früheren Jahrzehnten zu besitzen.
Vor diesem Hintergrund wäre ein vollständiger Rückzug aus dem Markt für eigenständige Blu-ray-Player keine völlig überraschende Entscheidung.
Für langjährige Sony-Kunden und Sammler physischer Medien würde damit allerdings ein weiterer traditionsreicher Produktbereich verschwinden.
Zukunft physischer Medien bei Sony bleibt ungewiss
Mit dem offenbar bevorstehenden Ende des UBP-X700/K könnte Sony einen weiteren Schritt weg von optischen Datenträgern vollziehen.
Besonders bemerkenswert ist diese Entwicklung, weil der japanische Konzern das Blu-ray-Format einst maßgeblich mitentwickelte und über seine PlayStation-Konsolen entscheidend zu dessen Verbreitung beitrug.
Während die PlayStation 5 mit Disc-Laufwerk weiterhin 4K-Ultra-HD-Blu-rays abspielen kann, bietet sie nicht sämtliche Funktionen eines eigenständigen Heimkino-Players. Insbesondere die fehlende Dolby-Vision-Unterstützung bei Film-Discs dürfte für anspruchsvolle Nutzer ein Nachteil bleiben.
Sollte Sony tatsächlich keine neuen Blu-ray-Player mehr anbieten, wären Filmfans künftig auf verbleibende Lagerbestände oder Geräte anderer Hersteller angewiesen.
Eine offizielle Bestätigung über den vollständigen Rückzug aus dem Blu-ray-Player-Markt steht bislang aus. Die ausbleibenden Nachlieferungen des UBP-X700/K in Japan und das fehlende Nachfolgemodell deuten jedoch darauf hin, dass Sony seine Abkehr von physischen Medien konsequent fortsetzen könnte.



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