Lara Croft gehört seit ihrem ersten Auftritt im Jahr 1996 zu den bekanntesten Figuren der Videospielgeschichte. Mit Tomb Raider: Legacy of Atlantis möchten die Entwickler von Crystal Dynamics und Flying Wild Hog die legendäre Archäologin nun für eine neue Generation zum Leben erwecken. In einem ausführlichen Beitrag auf dem offiziellen PlayStation Blog erklären die Verantwortlichen, wie sie Laras ursprüngliches Design mit moderner Grafiktechnologie verbinden. Dabei kommen unter anderem realistische Haaranimationen, aufwendige Gesichtstechnologien und gescannte Kleidungsstücke zum Einsatz. Tomb Raider: Legacy of Atlantis erscheint am 12. Februar 2027 für PlayStation 5, XBOX Series X/S, Nintendo Switch 2 und PC.

Tomb Raider: Legacy of Atlantis verbindet 30 Jahre Lara Croft

Als das erste Tomb Raider im Jahr 1996 erschien, revolutionierte Lara Croft die Welt der Videospiele. Die britische Archäologin entwickelte sich innerhalb kürzester Zeit zu einer der bekanntesten Spielfiguren und prägte gemeinsam mit der ersten PlayStation eine ganze Konsolengeneration.

Damals bestand Lara lediglich aus einigen Hundert Polygonen und vergleichsweise einfachen Texturen. Trotz dieser technischen Einschränkungen gelang es den Entwicklern, eine Figur zu erschaffen, deren charakteristisches Erscheinungsbild bis heute unverwechselbar geblieben ist.

Drei Jahrzehnte später stehen den Entwicklern deutlich leistungsfähigere Technologien zur Verfügung. Mit Tomb Raider: Legacy of Atlantis wollen Crystal Dynamics und Flying Wild Hog diese Möglichkeiten nutzen, um Lara Croft in einer modernen und detailreichen Form darzustellen.

Dabei soll die neue Interpretation jedoch nicht vollständig mit der Vergangenheit brechen. Stattdessen orientiert sich das Entwicklerteam bewusst am ursprünglichen Charakterdesign aus dem Jahr 1996 und kombiniert dieses mit den Fortschritten der vergangenen Konsolengenerationen.

Das Ziel besteht darin, eine Lara Croft zu erschaffen, die sowohl langjährigen Fans als auch neuen Spielern vertraut erscheint.

Das ursprüngliche Design von 1996 dient als wichtigste Vorlage

Für das Charakterteam von Crystal Dynamics bildet das Design des ersten Tomb Raider weiterhin die Grundlage sämtlicher Entscheidungen.

Brendon Bengston von Crystal Dynamics erklärt, dass die Entwickler damals aufgrund der begrenzten technischen Möglichkeiten zahlreiche Ideen nicht umsetzen konnten. Sowohl die Anzahl der Polygone als auch die verfügbaren Texturen waren stark eingeschränkt, wodurch viele Details nur vereinfacht dargestellt werden konnten.

Heute verfügt das Team über wesentlich mehr Rechenleistung und moderne Werkzeuge, die eine realistischere Umsetzung ermöglichen. Die Herausforderung besteht allerdings darin, diese technischen Möglichkeiten zu nutzen, ohne Laras charakteristisches Aussehen zu verändern.

Auch Aleksandra Skiba, Senior Character Concept Artist bei Flying Wild Hog, betont die Bedeutung dieser Balance. Lara müsse glaubwürdig wirken und gleichzeitig auf den ersten Blick wiedererkennbar bleiben.

Dabei orientieren sich die Entwickler nicht ausschließlich am ersten Spiel. Vielmehr berücksichtigen sie die gesamte Entwicklung der Figur über mehrere Jahrzehnte hinweg.

Bereits die PlayStation 2-Ära mit Tomb Raider: Legend, Tomb Raider: Anniversary und Tomb Raider: Underworld brachte deutliche Fortschritte bei der Charaktermodellierung und den Animationen.

Die spätere Survivor-Trilogie setzte wiederum stärker auf realistische Materialien, detaillierte Gesichtszüge und eine körperlich glaubwürdigere Darstellung der Protagonistin.

All diese Erfahrungen fließen nun in die neue Version von Lara Croft ein.

Moderne Haartechnologie sorgt für realistischere Bewegungen

Besonders deutlich werden die technischen Fortschritte bei Laras Haaren. Während die Frisur in den frühen Tomb-Raider-Spielen noch aus vergleichsweise großen Polygonflächen bestand, können die Entwickler heute wesentlich feinere Strukturen darstellen.

Für Tomb Raider: Legacy of Atlantis setzt das Team auf sogenannte Hair Cards. Dabei handelt es sich um dünne, teilweise transparente Texturflächen, die übereinandergelegt werden und auf diese Weise einzelne Haarsträhnen beziehungsweise Haarbüschel nachbilden.

Diese Technik ermöglicht es, Laras Frisur wesentlich detaillierter zu gestalten und gleichzeitig glaubwürdigere Bewegungen darzustellen.

Insbesondere ihr charakteristischer Pferdeschwanz beziehungsweise Zopf profitiert von dieser Entwicklung. Die Entwickler können gezielt bestimmen, wie sich einzelne Haarpartien bei Bewegungen verhalten und wie die Frisur aus unterschiedlichen Kameraperspektiven aussieht.

Auch Laras Pony lässt sich dadurch deutlich natürlicher darstellen als in den früheren Spielen.

Brendon Bengston erklärt, dass das Team heute selbst kleinste Details berücksichtigen könne, die mit der damaligen Technologie schlicht nicht umsetzbar gewesen wären.

Das Ergebnis soll eine Figur sein, deren Haare nicht nur realistischer aussehen, sondern sich auch während der Erkundung und in Zwischensequenzen überzeugender bewegen.

Realistische Hautdarstellung durch Subsurface Scattering

Neben den Haaren haben die Entwickler auch großen Aufwand in die Darstellung von Laras Haut investiert.

Dabei kommt unter anderem die sogenannte Subsurface-Scattering-Technologie zum Einsatz. Diese simuliert, wie Licht in die oberen Schichten der Haut eindringt, dort gestreut wird und anschließend wieder austritt.

In der Realität lässt sich dieser Effekt beispielsweise beobachten, wenn Sonnenlicht durch ein menschliches Ohr scheint und es leicht rötlich erscheinen lässt.

Durch die entsprechende Simulation wirken digitale Hautoberflächen natürlicher und weniger künstlich.

Zusätzlich nutzt das Entwicklerteam sogenannte Flow Maps, um die Darstellung der Hautmaterialien weiter zu verfeinern.

Die Kombination verschiedener Technologien soll dafür sorgen, dass Lara Croft auch bei wechselnden Lichtverhältnissen glaubwürdig aussieht.

Gerade in einem Abenteuerspiel, das unterschiedliche Umgebungen und Beleuchtungssituationen bietet, spielt eine realistische Materialdarstellung eine wichtige Rolle.

Neue Gesichtstechnologie ermöglicht ausdrucksstärkere Emotionen

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Laras Mimik. Für Tomb Raider: Legacy of Atlantis verwenden die Entwickler maßgeschneiderte sogenannte Blend Shapes.

Dabei handelt es sich um unterschiedliche modellierte Gesichtsformen, zwischen denen während der Animation gewechselt beziehungsweise interpoliert werden kann.

Dadurch lassen sich zahlreiche Gesichtsausdrücke erzeugen, ohne für jede einzelne Bewegung ein vollständig neues Charaktermodell erstellen zu müssen.

Wenn Lara beispielsweise die Augen zusammenkneift, die Stirn runzelt oder lächelt, sollen sich die entsprechenden Gesichtspartien auf natürliche Weise verändern.

Selbst feine Linien auf der Stirn oder rund um die Augen können gezielt dargestellt werden.

Die Entwickler nutzen dafür moderne Technologien aus dem Unreal-Engine-Umfeld von Epic Games, die sowohl die Charaktermodellierung als auch die Animationen auf ein neues Niveau heben sollen.

Besonders wichtig ist dabei, dass Lara nicht nur in unbewegten Nahaufnahmen überzeugend aussieht. Auch während Gesprächen, emotionalen Szenen und actionreichen Momenten soll ihre Mimik glaubwürdig bleiben.

Damit möchte das Team die Persönlichkeit der Figur stärker über ihre Gesichtsausdrücke vermitteln.

Echte Kleidung wird eingescannt und digital auf Lara übertragen

Bei der Gestaltung von Laras Kleidung verfolgt das Entwicklerteam ebenfalls einen aufwendigen Ansatz.

Anstatt sämtliche Stoffe ausschließlich am Computer zu modellieren, greifen Crystal Dynamics und Flying Wild Hog auf reale Kleidungsstücke zurück.

Brendon Bengston erklärt, dass zunächst ein digitaler Grundkörper erstellt und anschließend in Originalgröße mit einem 3D-Drucker hergestellt wurde.

Dieser Körper diente als Grundlage für eine Schaufensterpuppe, die mit echter Kleidung ausgestattet wurde. Anschließend konnten die Kleidungsstücke eingescannt und als digitale Vorlage verwendet werden.

Der Vorteil dieser Methode liegt vor allem in der realistischen Darstellung unterschiedlicher Stoffmaterialien.

Jeansstoff verhält sich beispielsweise anders als Seide, Baumwolle, Wolle oder Chiffon. Die jeweiligen Materialien unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Dicke, Struktur und Faltenbildung.

Durch das Scannen echter Kleidung können diese Eigenschaften bereits bei der Erstellung der digitalen Modelle berücksichtigt werden.

Für eines von Laras Outfits ging das Team sogar noch einen Schritt weiter und beauftragte einen Schneider damit, das Kleidungsstück speziell anzufertigen.

Das fertige Outfit wurde anschließend einer Schaufensterpuppe angezogen und eingescannt, um eine möglichst authentische Grundlage für die digitale Umsetzung zu erhalten.

Lara Crofts Persönlichkeit bleibt trotz neuer Interpretation erhalten

Während sich die grafische Darstellung von Lara Croft über die vergangenen drei Jahrzehnte erheblich verändert hat, sollen ihre wichtigsten Charaktereigenschaften auch in Tomb Raider: Legacy of Atlantis erhalten bleiben.

John Stafford, Narrative Director bei Crystal Dynamics, erklärt, dass die Entwickler Laras Persönlichkeit in drei Bereiche unterteilt haben.

Zunächst geht es um Eigenschaften, die unverändert übernommen werden. Dazu gehören insbesondere ihre Intelligenz, ihre Furchtlosigkeit und ihre Begeisterung für gefährliche Abenteuer.

Darüber hinaus möchte das Team bestimmte Aspekte ihrer Persönlichkeit weiterentwickeln. Dazu zählen vor allem ihre emotionale Tiefe und die Beziehungen zu anderen Charakteren.

Gleichzeitig soll Lara jedoch ihre Selbstsicherheit und Entschlossenheit behalten.

Der dritte Bereich betrifft die Neuinterpretation unterschiedlicher Tomb-Raider-Epochen. Die Entwickler möchten die mythologischen, bodenständigen und teilweise überlebensgroßen Elemente der bisherigen Spiele zu einer einheitlichen Darstellung der Figur zusammenführen.

Damit soll eine Lara Croft entstehen, die sich nicht ausschließlich an einer bestimmten Generation orientiert, sondern unterschiedliche Facetten ihrer bisherigen Entwicklung miteinander verbindet.

Erfahrungen aus Tomb Raider Anniversary fließen in das neue Spiel ein

Bei der Neuinterpretation von Lara Croft greifen die Entwickler auch auf Erfahrungen aus früheren Projekten zurück.

Eine besondere Rolle spielt dabei Tomb Raider: Anniversary, das 2007 als moderne Neuauflage des ursprünglichen Tomb Raider veröffentlicht wurde.

John Stafford erklärt, dass bereits bei Anniversary die Herausforderung darin bestand, einen bekannten Klassiker neu zu erzählen, ohne dessen ursprünglichen Charakter zu verlieren.

Mit Tomb Raider: Legacy of Atlantis verfolgt das Team nun einen noch umfassenderen Ansatz. Statt lediglich ein einzelnes Spiel neu zu interpretieren, sollen drei Jahrzehnte Lara Croft in einer modernen Version der Figur zusammengeführt werden.

Dabei geht es laut Stafford nicht ausschließlich darum, bekannte Handlungspunkte oder ikonische Szenen wiederzugeben.

Vielmehr möchten die Entwickler jene Emotionen aufgreifen, die Spieler mit Lara Croft und ihren bisherigen Abenteuern verbinden.

Unabhängig davon, ob Fans die klassische Tomb-Raider-Ära, die späteren Abenteuer oder die Survivor-Trilogie bevorzugen, soll die neue Interpretation vertraute Eigenschaften besitzen.

Auch die Survivor-Trilogie beeinflusst das neue Lara-Design

Neben den klassischen Tomb-Raider-Spielen hat insbesondere die Survivor-Trilogie die Entwicklung der neuen Lara Croft beeinflusst.

Diese begann 2013 mit Tomb Raider und wurde mit Rise of the Tomb Raider sowie Shadow of the Tomb Raider fortgesetzt.

Im Mittelpunkt stand eine jüngere Lara, die zunächst weniger erfahren war und sich im Verlauf ihrer Abenteuer zu einer widerstandsfähigen Entdeckerin entwickelte.

Die Spiele legten großen Wert auf körperliche Herausforderungen, gefährliche Situationen und die emotionalen Auswirkungen ihrer Erlebnisse.

Laut John Stafford hat diese Ära gezeigt, dass Lara besonders glaubwürdig wirkt, wenn Gefahren spürbare Konsequenzen haben.

Diese Erfahrungen möchten die Entwickler auch in Tomb Raider: Legacy of Atlantis berücksichtigen.

So sollen Laras körperliche Präsenz, ihre emotionale Glaubwürdigkeit und ihre hart erarbeitete Widerstandsfähigkeit weiterhin erkennbar bleiben.

Gleichzeitig orientiert sich die neue Interpretation stärker an der selbstbewussten und erfahrenen Abenteurerin der klassischen Spiele.

Dadurch soll eine Figur entstehen, die trotz ihrer außergewöhnlichen Fähigkeiten menschlich und nachvollziehbar bleibt.

Laras Neugier und Entdeckergeist stehen weiterhin im Mittelpunkt

Trotz aller technischen und erzählerischen Veränderungen gibt es eine Eigenschaft, die laut den Entwicklern niemals infrage stand.

Dabei handelt es sich um Laras ausgeprägte Neugier und ihren unermüdlichen Entdeckergeist.

John Stafford betont, dass Lara unabhängig von der jeweiligen Tomb-Raider-Epoche immer eine Figur bleiben müsse, die herausfinden möchte, was sich hinter der nächsten Tür verbirgt.

Gerade diese Begeisterung für unbekannte Orte, verborgene Geheimnisse und gefährliche Entdeckungen gehört seit dem ersten Spiel zu ihrer Identität.

Für neue Spieler soll Lara deshalb als außergewöhnlich intelligente und mutige Abenteurerin erkennbar sein, die Gefahren nicht nur übersteht, sondern aktiv nach neuen Herausforderungen sucht.

Die Entwickler möchten damit sicherstellen, dass die Figur trotz ihres modernen Erscheinungsbildes dieselbe Faszination vermittelt wie vor 30 Jahren.

Tomb Raider: Legacy of Atlantis erscheint im Februar 2027 für PS5, XBOX, Switch 2 und PC

Mit Tomb Raider: Legacy of Atlantis wollen Crystal Dynamics und Flying Wild Hog die Vergangenheit und Gegenwart der traditionsreichen Action-Adventure-Reihe miteinander verbinden.

Die Entwickler setzen dabei auf eine aufwendige Charakterdarstellung mit modernen Haartechnologien, realistischer Hautbeleuchtung, detaillierten Gesichtsanimationen und digitalisierten Kleidungsstücken.

Gleichzeitig soll Lara Croft ihren unverwechselbaren Charakter behalten und unterschiedliche Eigenschaften aus den bisherigen Tomb-Raider-Epochen vereinen.

Besonders die Kombination aus klassischem Erscheinungsbild, moderner Grafiktechnologie und den Erfahrungen aus der Survivor-Trilogie dürfte für langjährige Fans interessant sein.

Tomb Raider: Legacy of Atlantis erscheint am 12. Februar 2027 für PlayStation 5, XBOX Series X/S, Nintendo Switch 2 und PC.

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