Seit seiner Veröffentlichung im Februar 2024 gehört Helldivers 2 zu den bekanntesten kooperativen Live-Service-Shootern. Auch mehr als zweieinhalb Jahre nach dem Release arbeitet Entwickler Arrowhead Game Studios kontinuierlich an neuen Inhalten und Verbesserungen für das erfolgreiche Actionspiel. Doch wie sieht die langfristige Zukunft der Marke aus und wird es irgendwann einen dritten Teil geben? In einem aktuellen Interview äußerte sich Johan Pilestedt, Chief Creative Officer von Arrowhead, zu einem möglichen Helldivers 3 und erklärte, warum ein klassischer Nachfolger derzeit nicht zur Strategie des Studios passt. Statt die bestehende Community mit einer Fortsetzung zum Neustart zu zwingen, möchte Arrowhead Helldivers 2 über viele Jahre hinweg weiterentwickeln und zu einem dauerhaften Treffpunkt für Spieler machen.

Arrowhead sieht derzeit keinen Grund für Helldivers 3

Mit Helldivers 2 gelang Arrowhead Game Studios im Februar 2024 ein großer Erfolg. Der kooperative Third-Person-Shooter schickt Spieler gemeinsam auf gefährliche Missionen, bei denen sie im Namen der Über-Erde gegen außerirdische Bedrohungen kämpfen und die sogenannte gelenkte Demokratie verbreiten.

Das Spiel zeichnet sich insbesondere durch seine chaotischen Gefechte, die enge Zusammenarbeit zwischen den Teammitgliedern und den satirischen Umgang mit militärischer Propaganda aus. Gleichzeitig sorgt das Live-Service-Konzept dafür, dass die Entwickler die Spielwelt kontinuierlich erweitern und verändern können.

Angesichts des anhaltenden Erfolgs stellt sich allerdings die Frage, ob Arrowhead langfristig bereits an einer Fortsetzung arbeitet.

In einem Interview mit Rock Paper Shotgun stellte Johan Pilestedt nun klar, dass derzeit keine konkreten Pläne für Helldivers 3 existieren.

Der Chief Creative Officer des Studios sieht aktuell keinen ausreichenden Grund, die bestehende Spielerfahrung durch einen klassischen Nachfolger zu ersetzen. Vielmehr möchte Arrowhead die vorhandenen Möglichkeiten nutzen, um Helldivers 2 kontinuierlich weiterzuentwickeln.

Eine Fortsetzung wäre aus seiner Sicht erst dann sinnvoll, wenn sie sich grundlegend vom zweiten Teil unterscheiden würde oder andere Umstände eine Neuausrichtung erforderlich machten.

Ein Nachfolger müsste sich deutlich von Helldivers 2 unterscheiden

Nach Ansicht von Pilestedt sollte ein möglicher dritter Teil nicht einfach dieselbe Spielerfahrung mit neuer Technik und zusätzlichen Inhalten bieten.

Stattdessen müsste sich Helldivers 3 so deutlich von seinem Vorgänger unterscheiden, dass beide Spiele problemlos nebeneinander existieren könnten.

Damit würde Arrowhead vermeiden, dass ein neues Spiel lediglich die bestehende Community vom aktuellen Titel abzieht.

Ein klassischer Nachfolger bringt nach Pilestedts Einschätzung mehrere Nachteile mit sich. Spieler müssten ihre bisherigen Fortschritte möglicherweise aufgeben, neue Ausrüstung freischalten und sich erneut mit den grundlegenden Mechaniken beschäftigen.

Gleichzeitig könnte eine Fortsetzung dazu führen, dass sich die Spielerschaft auf mehrere Titel verteilt.

Gerade bei einem kooperativen Multiplayer-Spiel, dessen Erfolg stark von einer aktiven Community abhängt, wäre eine solche Entwicklung problematisch.

Deshalb möchte Arrowhead zunächst sämtliche Möglichkeiten ausschöpfen, die Helldivers 2 als bestehende Plattform bietet.

Auch ein deutlicher Rückgang der Spielerzahlen könnte die Überlegungen zu einem Nachfolger eines Tages beeinflussen. Solange das aktuelle Spiel jedoch erfolgreich weiterentwickelt werden kann, besteht aus Sicht des Studios kein unmittelbarer Handlungsbedarf.

Helldivers 2 soll nicht durch einen Neustart ersetzt werden

Ein zentraler Punkt in Pilestedts Argumentation betrifft die langfristige Bindung der Spieler.

Bei vielen Videospielreihen führt die Veröffentlichung eines Nachfolgers dazu, dass ein großer Teil der Community zum neuen Titel wechselt. Gleichzeitig verlieren die Fortschritte und Investitionen im bisherigen Spiel häufig an Bedeutung.

Für Helldivers 2 möchte Arrowhead einen anderen Weg einschlagen.

Pilestedt erklärte, dass ein Nachfolger die bisherige Entwicklung gewissermaßen zurücksetzen und die Spieler dazu zwingen würde, erneut von vorne anzufangen.

Eine kontinuierliche Weiterentwicklung könne dagegen dafür sorgen, dass ein Spiel über einen wesentlich längeren Zeitraum interessant bleibt.

Als Vergleich nannte der Entwickler bekannte Hobbys wie LEGO oder Warhammer.

Beide Marken zeichnen sich dadurch aus, dass sich Menschen über viele Jahre hinweg mit ihnen beschäftigen können, ohne regelmäßig einen vollständigen Neustart erleben zu müssen.

Eine ähnliche Entwicklung schwebt Pilestedt auch für Helldivers 2 vor. Der Shooter soll langfristig ein fester Bestandteil des Freizeitverhaltens seiner Community bleiben.

Dabei geht es dem Studio nicht ausschließlich darum, möglichst viele neue Inhalte in kurzer Zeit zu veröffentlichen. Vielmehr soll eine beständige Spielerfahrung entstehen, die auch nach längeren Pausen weiterhin zugänglich und unterhaltsam bleibt.

Rund 95 Prozent der Mitarbeiter arbeiten weiterhin an Helldivers 2

Wie groß die Bedeutung von Helldivers 2 innerhalb des Studios ist, zeigen auch die aktuellen Angaben zur Personalverteilung.

Nach Aussagen von Pilestedt beschäftigt sich derzeit rund 95 Prozent der Belegschaft mit der Weiterentwicklung des Shooters.

Arrowhead Game Studios verfügt insgesamt über ungefähr 150 Mitarbeiter. Damit arbeitet der überwiegende Teil des Teams weiterhin am bestehenden Spiel.

Zu den Aufgaben gehören die Entwicklung zusätzlicher Inhalte, technische Verbesserungen und die langfristige Betreuung der Live-Service-Struktur.

Die Entscheidung verdeutlicht, dass Arrowhead Helldivers 2 keineswegs als abgeschlossenes Projekt betrachtet.

Stattdessen möchte das Unternehmen die vorhandenen Ressourcen gezielt einsetzen, um die Spielerfahrung kontinuierlich auszubauen.

Ein kleiner Teil des Teams arbeitet allerdings bereits an einem weiteren Projekt, das bislang noch nicht offiziell angekündigt wurde.

Dieses befindet sich nach Angaben von Pilestedt noch in einer frühen Prototypenphase.

Welche Art von Spiel dahintersteckt und ob es möglicherweise Verbindungen zur Helldivers-Marke gibt, wurde nicht bekannt gegeben.

Neues Projekt befindet sich noch in der Prototypenphase

Obwohl Helldivers 2 weiterhin den Mittelpunkt der Studioarbeit bildet, beschäftigt sich Arrowhead bereits mit neuen Ideen.

Ein kleines Entwicklerteam arbeitet derzeit an einem bislang unangekündigten Projekt, das sich noch in der Prototypenphase befindet.

In dieser frühen Entwicklungsphase werden üblicherweise grundlegende Spielmechaniken, technische Möglichkeiten und kreative Konzepte erprobt, bevor eine größere Produktion beginnt.

Pilestedt machte allerdings keine konkreten Angaben zur Ausrichtung des Projekts.

Dementsprechend ist weder bekannt, ob es sich um eine neue Marke handelt, noch ob Arrowhead möglicherweise ein anderes Spiel innerhalb des Helldivers-Universums vorbereitet.

Auch Informationen zu möglichen Plattformen oder einem Veröffentlichungszeitraum liegen bislang nicht vor.

Die Arbeiten zeigen jedoch, dass das Studio neben der langfristigen Betreuung von Helldivers 2 weiterhin Raum für neue kreative Ideen schaffen möchte.

Eine offizielle Ankündigung dürfte allerdings erst erfolgen, wenn das Projekt eine entsprechend fortgeschrittene Entwicklungsphase erreicht hat.

Arrowhead möchte trotz des Erfolgs kontrolliert wachsen

Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Unternehmensstrategie betrifft die Größe des Entwicklerstudios.

Trotz des Erfolgs von Helldivers 2 möchte Arrowhead seine Belegschaft nicht überstürzt vergrößern.

Pilestedt verwies darauf, dass manche Entwicklerstudios nach einem großen kommerziellen Erfolg dazu neigen, ihre Mitarbeiterzahl innerhalb kurzer Zeit erheblich zu erhöhen oder sogar zu verdoppeln.

Ein solches Vorgehen kann allerdings langfristige Risiken mit sich bringen.

Steigende Personalkosten, zusätzliche Managementstrukturen und größere Produktionsanforderungen können dazu führen, dass ein Studio wirtschaftlich stärker von zukünftigen Erfolgen abhängig wird.

Arrowhead möchte deshalb bewusst einen kontrollierten Wachstumskurs verfolgen.

Mit derzeit rund 150 Mitarbeitern setzt das Unternehmen weiterhin auf eine vergleichsweise überschaubare Organisationsstruktur.

Dadurch soll offenbar sichergestellt werden, dass kreative Entscheidungen und Entwicklungsprozesse auch künftig effizient umgesetzt werden können.

Die langfristige Betreuung von Helldivers 2 steht dabei weiterhin im Vordergrund.

Helldivers 2 soll zu einem dauerhaften Treffpunkt für Spieler werden

Besonders interessant ist Pilestedts Vorstellung davon, welche Rolle Helldivers 2 künftig im Leben seiner Spieler einnehmen soll.

Der Entwickler betrachtet das Spiel nicht ausschließlich als klassischen Live-Service-Shooter, der regelmäßig mit neuen Missionen, Waffen oder Gegnern erweitert wird.

Vielmehr möchte er daraus einen sogenannten dritten Ort machen.

Mit diesem Begriff beschreibt Pilestedt einen sozialen Raum, in dem Menschen unabhängig von ihrem Alltag Zeit verbringen, gemeinsam etwas erleben und Teil einer Gemeinschaft sein können.

Helldivers 2 soll damit langfristig mehr sein als ein Spiel, das lediglich für einige Wochen oder Monate Aufmerksamkeit erhält.

Die Spieler sollen immer wieder in die Welt der Über-Erde zurückkehren können, um gemeinsam mit Freunden neue Missionen zu absolvieren oder einfach Zeit miteinander zu verbringen.

Besonders wichtig ist Pilestedt dabei, dass diese Bindung nicht auf einer dauerhaften Verpflichtung beruhen soll.

Niemand müsse das Spiel jeden Tag starten, um weiterhin Teil der Community zu bleiben.

Stattdessen möchte Arrowhead eine Umgebung schaffen, in der auch gelegentliche Spieler willkommen sind.

Spieler sollen auch nach jahrelangen Pausen problemlos zurückkehren können

Ein wesentliches Ziel der langfristigen Strategie besteht darin, Helldivers 2 auch für zurückkehrende Spieler attraktiv zu halten.

Nach Pilestedts Vorstellung soll es problemlos möglich sein, mehrere Monate oder sogar Jahre auszusetzen und anschließend wieder in das Spiel einzusteigen.

Wer nach einer längeren Pause zurückkehrt, soll weiterhin Spaß haben und Anschluss an die bestehende Community finden können.

Damit unterscheidet sich diese Vorstellung von manchen Live-Service-Konzepten, die stark auf zeitlich begrenzte Inhalte oder regelmäßige Aktivität setzen.

Pilestedt möchte offenbar vermeiden, dass Spieler das Gefühl bekommen, ständig online sein zu müssen, um wichtige Entwicklungen nicht zu verpassen.

Stattdessen soll Helldivers 2 eine langfristige Freizeitbeschäftigung bleiben, zu der man jederzeit zurückkehren kann.

Gerade bei einem kooperativen Shooter könnte dieser Ansatz dazu beitragen, die Community über viele Jahre hinweg zusammenzuhalten.

Allerdings bleibt abzuwarten, wie Arrowhead diese Vorstellung konkret umsetzen wird und welche Veränderungen dafür möglicherweise notwendig sind.

Die Community ist für Arrowhead wichtiger als kurzfristige Einnahmen

Neben den spielerischen Aspekten betonte Pilestedt insbesondere die Bedeutung der Community.

Aus seiner Sicht sind es nicht allein neue Inhalte oder technische Verbesserungen, die ein Live-Service-Spiel langfristig erfolgreich machen.

Vielmehr tragen die Spieler selbst entscheidend dazu bei, dass eine aktive und lebendige Gemeinschaft entsteht.

Sie laden Freunde ein, teilen ihre Erlebnisse, erstellen Memes und sorgen durch ihre Begeisterung dafür, dass ein Spiel auch außerhalb der eigentlichen Spielwelt präsent bleibt.

Gerade Helldivers 2 profitierte seit seiner Veröffentlichung von zahlreichen viralen Momenten und humorvollen Beiträgen aus der Community.

Die satirische Darstellung der Über-Erde, die chaotischen Gefechte und die oft unvorhersehbaren Situationen innerhalb der Missionen bieten dafür zahlreiche Möglichkeiten.

Pilestedt kritisierte in diesem Zusammenhang, dass manche Unternehmen ihre Spieler hauptsächlich als kurzfristige Einnahmequelle betrachten würden.

Arrowhead wolle dagegen einen anderen Ansatz verfolgen.

Für das Studio sei die Community der eigentliche Motor des Spiels.

Solange die Spieler weiterhin gemeinsam Abenteuer erleben und neue Menschen für Helldivers 2 begeistern, sieht Pilestedt keinen zwingenden Grund, einen Nachfolger zu entwickeln.

Arrowhead kritisiert die Entwicklung der Live-Service-Branche

Auch zur allgemeinen Situation innerhalb der Live-Service-Branche äußerte sich Pilestedt kritisch.

Seiner Einschätzung nach befinden sich viele Unternehmen derzeit in einer schwierigen Phase, weil etablierte Geschäftsmodelle nicht mehr im gleichen Umfang funktionieren wie früher.

Er erklärte sinngemäß, dass innerhalb der Branche zunehmend Unsicherheit entstehe, weil bisherige Live-Service-Strategien ihre Wirkung verlieren würden.

Damit spricht Pilestedt eine Herausforderung an, mit der sich zahlreiche Entwickler und Publisher beschäftigen.

Live-Service-Spiele sollen ihre Spieler möglichst langfristig binden und gleichzeitig regelmäßig neue Einnahmen erzielen.

Allerdings konkurrieren inzwischen viele Titel um die begrenzte Freizeit ihrer Zielgruppen.

Nicht jedes Spiel kann deshalb dauerhaft eine ausreichend große Community aufbauen.

Arrowhead möchte sich nach Pilestedts Aussagen stärker auf die eigentlichen Stärken von Helldivers 2 konzentrieren.

Dazu gehören das gemeinsame Spielerlebnis, die aktive Community und die Möglichkeit, das bestehende Spiel kontinuierlich weiterzuentwickeln.

Statt regelmäßig einen neuen Titel zu veröffentlichen, soll die vorhandene Grundlage langfristig ausgebaut werden.

Helldivers 2 könnte noch viele Jahre weiterentwickelt werden

Die Aussagen von Pilestedt machen deutlich, dass Arrowhead mit Helldivers 2 langfristige Ziele verfolgt.

Solange das Spiel über eine aktive Community verfügt und ausreichend Möglichkeiten für neue Inhalte bietet, besteht aus Sicht des Studios kein unmittelbarer Bedarf für eine Fortsetzung.

Das bedeutet allerdings nicht, dass Helldivers 3 grundsätzlich ausgeschlossen wird.

Sollte sich eines Tages ein Konzept ergeben, das sich deutlich genug vom bisherigen Shooter unterscheidet, könnte Arrowhead die Entwicklung eines neuen Teils erneut in Betracht ziehen.

Auch eine veränderte wirtschaftliche Situation oder ein deutlicher Rückgang der Spielerzahlen könnten entsprechende Überlegungen beeinflussen.

Derzeit liegt der Schwerpunkt jedoch eindeutig auf dem bestehenden Spiel.

Mit rund 95 Prozent der Belegschaft, die weiterhin an Helldivers 2 arbeitet, setzt Arrowhead den Großteil seiner Ressourcen für die langfristige Weiterentwicklung ein.

Gleichzeitig ermöglicht ein kleines Team mit einem unangekündigten Prototypenprojekt, neue Ideen für die Zukunft zu erforschen.

Ein Helldivers 3 ist derzeit nicht notwendig

Für Fans von Helldivers 2 dürften die Aussagen von Johan Pilestedt eine klare Botschaft enthalten.

Arrowhead Game Studios möchte den erfolgreichen Koop-Shooter nicht möglichst schnell durch einen Nachfolger ersetzen, sondern dessen Potenzial langfristig ausschöpfen.

Ein möglicher dritter Teil müsste sich nach Ansicht des Kreativchefs grundlegend vom aktuellen Spiel unterscheiden, um die bestehende Community nicht unnötig aufzuteilen.

Stattdessen verfolgt das Studio die Vision, Helldivers 2 zu einem dauerhaften Treffpunkt für Spieler zu entwickeln, an dem gemeinsame Erlebnisse und die Begeisterung der Community im Mittelpunkt stehen.

Auch längere Spielpausen sollen dieser Vorstellung zufolge kein Hindernis darstellen. Wer nach Monaten oder Jahren zurückkehrt, soll weiterhin willkommen sein und problemlos wieder Spaß am Spiel finden können.

Konkrete Pläne für Helldivers 3 existieren derzeit nicht. Arrowhead konzentriert sich stattdessen auf die kontinuierliche Weiterentwicklung von Helldivers 2 und möchte den Shooter langfristig als lebendige Plattform erhalten. Ob irgendwann doch ein Nachfolger entsteht, hängt vor allem davon ab, ob das Studio eine ausreichend eigenständige Idee entwickelt und die Community weiterhin von der bestehenden Spielerfahrung begeistert ist.

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