Die milliardenschwere Übernahme von Warner Bros. Discovery durch Paramount ist abgeschlossen. Seit dem 6. Oktober 2026 treten die beiden traditionsreichen Medienkonzerne gemeinsam unter dem Namen Skydance auf. Unter einem Dach befinden sich damit künftig unter anderem Paramount Pictures, Warner Bros., HBO, CBS, CNN sowie die Streamingdienste HBO Max und Paramount+. Angeführt wird der neue Unterhaltungskonzern von David Ellison und Ynon Kreiz.

Übernahme von Warner Bros. Discovery ist abgeschlossen

Paramount hat am gestrigen 6. Oktober 2026 den Abschluss der Übernahme von Warner Bros. Discovery bekannt gegeben. Nach Erhalt aller erforderlichen regulatorischen Genehmigungen und der Erfüllung der weiteren Abschlussbedingungen ist die Transaktion damit offiziell vollzogen.

Das zusammengeschlossene Unternehmen trägt künftig den Namen Skydance. Die Class-B-Aktien des Konzerns werden ab heute unter dem neuen Börsenkürzel SKYD an der New York Stock Exchange gehandelt. Die bisherigen Aktien von Warner Bros. Discovery werden dagegen nicht länger an der Nasdaq gehandelt.

Aktionäre von Warner Bros. Discovery erhielten im Zuge der Transaktion eine Barzahlung von rund 31,02 US-Dollar je Aktie.

Warner Bros., Paramount, HBO und CBS künftig unter einem Dach

Durch die Übernahme entsteht einer der größten Medien- und Unterhaltungskonzerne der Welt. Skydance vereint zwei große Filmstudios, zwei internationale Streamingangebote und ein umfangreiches Fernsehgeschäft.

Zum Portfolio gehören unter anderem Paramount Pictures und Warner Bros., die Fernsehsender und Studios rund um CBS sowie HBO. Hinzu kommen mehr als 50 Kabelsender und Marken, darunter Discovery, TNT, TBS, HGTV, Food Network, BET, Comedy Central, MTV und Nickelodeon.

Auch die Nachrichtensparten CNN und CBS News sowie Sportangebote wie CBS Sports und TNT Sports befinden sich künftig unter demselben Konzerndach.

Das gemeinsame Franchise-Portfolio reicht von „Top Gun“ und „Harry Potter“ bis hin zu „The White Lotus“ und „SpongeBob Schwammkopf“.

Mindestens 30 Kinofilme pro Jahr geplant

Skydance will seine Größe nutzen, um die Produktion neuer Inhalte auszubauen. Der Konzern verpflichtet sich nach eigenen Angaben zu mindestens 30 Kinofilmen pro Jahr. Jeder dieser Filme soll zunächst ein exklusives Kinofenster von mindestens 45 Tagen erhalten.

Darüber hinaus verfügt das zusammengeschlossene Unternehmen bereits über mehr als 180 Fernsehshows und Serien.

Skydance will gleichzeitig weiterhin mit unabhängigen Produktionsstudios zusammenarbeiten und eigene Inhalte an andere Anbieter lizenzieren. Nach Angaben des Unternehmens sollen dadurch zusätzliche Möglichkeiten für Kreative und Produktionspartner entstehen.

Der neue Konzern erreicht mit seinen Streamingplattformen zusammen mehr als 200 Millionen Abonnenten und möchte seine Inhalte in über 200 Ländern und Regionen anbieten.

HBO Max und Paramount+ sollen langfristig zusammengeführt werden

Besonders weitreichende Veränderungen stehen beim Streaminggeschäft bevor. Skydance bestätigte, dass die eigenen Direct-to-Consumer-Angebote im Laufe der Zeit zu einem einzigen Streamingdienst zusammengeführt werden sollen.

Damit sollen auch HBO Max und Paramount+ langfristig Teil einer gemeinsamen Plattform werden. Skydance verspricht dabei erhebliche Verbesserungen seiner Streamingprodukte und möchte Technologie stärker in den Mittelpunkt der zukünftigen Strategie stellen.

Weitere konkrete Details zur geplanten Zusammenführung, zum Namen des künftigen Dienstes oder zu möglichen Änderungen an bestehenden Abonnements wurden zunächst nicht genannt.

David Ellison und Ynon Kreiz führen Skydance

An der Spitze des neuen Konzerns steht David Ellison als Chairman und Chief Executive Officer. Ynon Kreiz übernimmt die Position des Co-Chief Executive Officer.

Ellison soll sich insbesondere auf die langfristige Strategie, kreative Ausrichtung, Beziehungen zu Talenten, strategische Partnerschaften, Technologie und Kapitalverteilung konzentrieren. Kreiz verantwortet dagegen vor allem das Tagesgeschäft und die Integration der beiden Unternehmen.

Unterstützt werden beide von Andy Gordon, der als President von Skydance tätig sein wird. Ellison, Kreiz und Gordon gehören gleichzeitig dem Board of Directors an.

Casey Bloys übernimmt Verantwortung für das Streaminggeschäft

Auch zahlreiche bekannte Führungskräfte von Paramount und Warner Bros. Discovery bleiben dem neuen Konzern erhalten.

Casey Bloys wird als Co-Chair und Chief Content Officer von Skydance Direct-to-Consumer für die Originalprogramme von HBO Max und Paramount+ verantwortlich sein. Zu seinem Aufgabenbereich gehören außerdem Strategie, Betrieb, Kommunikation und Performance der Streamingplattformen.

JB Perrette übernimmt als Co-Chair und Chief Business Officer Verantwortung sowohl innerhalb von Skydance DTC als auch von Skydance TV. Dabei gehören unter anderem Distribution, Werbevermarktung, Content-Verkäufe, Streamingstrategie und Geschäftsabläufe zu seinen Aufgaben.

Paramount Pictures und Warner Bros. bekommen gemeinsame Führung

Die Filmsparte wird künftig von Dana Goldberg und Josh Greenstein gemeinsam geführt. Als Co-Chairs der Skydance Motion Picture Group verantworten sie die langfristige Strategie, Produktion, Entwicklung, Vermarktung und Distribution von Paramount Pictures, Warner Bros. und dem weiteren Filmportfolio.

Damit werden die beiden traditionsreichen Filmstudios innerhalb derselben Unternehmensstruktur geführt.

Die kreative Leitung der DC Studios bleibt weiterhin bei James Gunn und Peter Safran. Beide fungieren unter Skydance als Co-Chairmen und verantworten die strategische sowie kreative Ausrichtung des DC-Universums in Film, Fernsehen, Animation, Themenunterhaltung und Gaming.

CNN und CBS News behalten eigene Führung

Auch für die beiden großen Nachrichtensparten steht die Führung fest. Mark Thompson bleibt Chairman und Editor-in-Chief von CNN Worldwide und verantwortet damit weiterhin CNN.

Bari Weiss fungiert als Editor-in-Chief von CBS News. Sie bleibt außerdem Chefredakteurin von The Free Press, das bereits 2025 von Skydance übernommen wurde.

Fernsehgeschäft umfasst mehr als 50 Kabelsender

Das neu formierte Fernsehgeschäft wird unter anderem von George Cheeks geleitet. Als Co-Chair und Chief Content Officer von Skydance TV umfasst sein Verantwortungsbereich Warner Bros. Television Studios, CBS Studios und Paramount Television Studios.

Darüber hinaus gehören das CBS Television Network, 27 lokale Fernsehsender, die globale Sportsparte sowie mehr als 50 Kabelsender und Marken zum Geschäftsbereich.

Skydance bündelt damit einen erheblichen Teil seiner klassischen Fernseh-, Produktions- und Sportaktivitäten in einer gemeinsamen Sparte.

Skydance erwartet mindestens sechs Milliarden US-Dollar an Synergien

Der Zusammenschluss soll nicht nur kreative und strategische Vorteile bringen. Skydance plant innerhalb der kommenden drei Jahre Synergien von mindestens sechs Milliarden US-Dollar.

Die Einsparungen sollen vor allem durch Technologie, die Integration der Unternehmen, Einkauf, Marketing und die Optimierung des Immobilienbestands entstehen. Gleichzeitig möchte Skydance die frei werdenden Mittel stärker in Inhalte, Kreative und Technologie investieren.

Bis Ende 2029 soll die Nettoverschuldung auf das angestrebte Verhältnis von 3,0 reduziert werden. Für 2030 erwartet das Unternehmen einen freien Cashflow von mehr als zehn Milliarden US-Dollar.

Skydance kommt nach eigenen Angaben auf einen Umsatz von annähernd 70 Milliarden US-Dollar. Die Ausgaben für Inhalte lagen auf Pro-forma-Basis in den vergangenen zwölf Monaten bei mehr als 30 Milliarden US-Dollar.

Behörden in fast 70 Ländern genehmigten die Übernahme

Die Transaktion erhielt laut Skydance die einstimmige Zustimmung der zuständigen Wettbewerbsbehörden in fast 70 Ländern und Rechtsräumen.

Zur Finanzierung gehörten zudem 47 Milliarden US-Dollar an neuem Eigenkapital. Zu den beteiligten Investoren zählen die Ellison-Familie, RedBird Capital, der Public Investment Fund, L’IMAD, die Qatar Investment Authority und LionTree.

Die Ellison-Familie hält nach Abschluss der Transaktion den größten Eigenkapitalanteil an Skydance. Gemeinsam mit RedBird hält sie zudem sämtliche stimmberechtigten Aktien des Konzerns.

Skydance will neuen globalen Unterhaltungskonzern aufbauen

Mit dem Abschluss der Übernahme beginnt nun die eigentliche Zusammenführung von Paramount und Warner Bros. Discovery. Skydance positioniert sich dabei als technologieorientierter Medienkonzern, bei dem Filme, Serien, Streaming, Fernsehen, Nachrichten, Sport und bekannte Entertainment-Marken gemeinsam weiterentwickelt werden sollen.

Neben der Produktion von mindestens 30 Kinofilmen pro Jahr gehört insbesondere die langfristige Vereinigung der Streamingangebote zu den größten angekündigten Veränderungen. Unter der Führung von David Ellison und Ynon Kreiz soll aus den bisherigen Strukturen von Paramount und Warner Bros. Discovery damit ein gemeinsamer globaler Unterhaltungskonzern entstehen.

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