Die Zukunft von Ninja Theory wird zunehmend ungewiss. Nachdem zwei Verhandlungen über eine mögliche Übernahme oder Rettung des für „Hellblade“ bekannten Studios gescheitert sind, haben erste Mitarbeiter ihre Entlassung öffentlich bestätigt. Microsoft hatte zuvor bereits Konsultationen über eine mögliche Schließung eingeleitet. Damit steht auch das für 2027 angekündigte „Senua“ vor einer ungewissen Zukunft.
Ninja Theory von Microsofts großem XBOX-Umbau betroffen
Microsoft treibt seit dem Sommer einen umfangreichen Umbau seiner Gaming-Sparte voran. Im Zuge der ersten großen Entlassungswelle wurden im Juli rund 1.600 Stellen gestrichen. Zuletzt folgten weitere 268 Entlassungen.
Gleichzeitig trennte sich Microsoft von mehreren seiner Studios. Double Fine und Compulsion Games gingen in die Unabhängigkeit, während Undead Labs verkauft wurde. Für Arkane und Ninja Theory konnte dagegen bislang keine langfristige Lösung gefunden werden.
Besonders kritisch sieht die Situation mittlerweile beim britischen Entwickler Ninja Theory aus, der vor allem für „Hellblade: Senua’s Sacrifice“ und dessen Nachfolger bekannt ist.
Zwei Übernahmegespräche für Ninja Theory scheiterten
XBOX-CCO Matt Booty hatte bereits im vergangenen Monat erklärt, dass zwei voneinander unabhängige Verhandlungen über eine mögliche Übernahme beziehungsweise Rettung von Ninja Theory gescheitert seien.
Microsoft leitete daraufhin nach eigenen Angaben Konsultationen mit den Mitarbeitern über eine vorgeschlagene Schließung ein. Gleichzeitig erklärte das Unternehmen, weiterhin andere Möglichkeiten für die Zukunft des Studios prüfen zu wollen.
Nun gibt es erste konkrete Auswirkungen auf die Belegschaft. Wie VGC berichtet, haben sich mehrere Mitarbeiter von Ninja Theory auf Plattformen wie LinkedIn öffentlich zu Wort gemeldet und über das Ende ihrer Beschäftigung oder einen unmittelbar bedrohten Arbeitsplatz gesprochen.
Von den Maßnahmen sollen Mitarbeiter aus unterschiedlichen Bereichen der Spieleentwicklung betroffen sein.
Mitarbeiterin äußert sich zum drohenden Ende ihrer Arbeit
Zu den betroffenen Entwicklern gehört Gameplay-Programmiererin Katrin Mair. In einem persönlichen Beitrag blickte sie auf ihre vergangenen vier Jahre bei Ninja Theory zurück und erklärte, wie wichtig das Studio und die dort arbeitenden Menschen für ihre berufliche Entwicklung gewesen seien.
Besonders hervorgehoben hat Mair die Sorgfalt und Leidenschaft, mit der das Team an seinen Projekten gearbeitet habe. Ninja Theory sei der Ort gewesen, an dem sie ihre Karriere begonnen und sich als Programmiererin weiterentwickelt habe.
Gleichzeitig machte sie deutlich, dass das Team offenbar nicht mehr die Möglichkeit erhalten wird, sein aktuelles Projekt fertigzustellen. Sie bezeichnete es als besonders traurig, dass die investierte Arbeit, das Talent und die Mühe nicht zu einem fertigen Ergebnis führen könnten.
Die Aussagen verstärken damit die Zweifel daran, ob Ninja Theory seine derzeitige Arbeit wie ursprünglich geplant fortsetzen kann.
Schließung von Ninja Theory noch nicht offiziell bestätigt
Trotz der begonnenen Entlassungen ist eine vollständige Schließung von Ninja Theory nach den vorliegenden Informationen noch nicht offiziell bestätigt worden. Microsoft hatte bislang lediglich von einer vorgeschlagenen Schließung gesprochen und gleichzeitig erklärt, weitere Optionen zu prüfen.
Nach dem Scheitern der beiden Übernahmegespräche und den nun bekannt gewordenen Entlassungen hat sich die Situation für das Studio jedoch weiter verschärft.
Ob noch ein Käufer oder eine andere Lösung für Ninja Theory gefunden werden kann, bleibt abzuwarten.
Zukunft von Senua wird zunehmend ungewiss
Mit der unsicheren Zukunft von Ninja Theory stellt sich gleichzeitig die Frage, was mit „Senua“ geschieht. Das Projekt wurde erst im Juni 2026 während des XBOX Games Showcase angekündigt und sollte nach den damaligen Plänen 2027 erscheinen.
Bei „Senua“ handelt es sich um den dritten Teil der „Hellblade“-Saga. Berichten zufolge soll die Ankündigung allerdings auch dazu gedient haben, Ninja Theory und sein aktuelles Projekt potenziellen Käufern zu präsentieren.
Nachdem die Verhandlungen mit zwei möglichen Interessenten gescheitert sind und Mitarbeiter nun von ihren Entlassungen berichten, erscheint auch die Zukunft des Spiels unsicher.
Die Aussagen der betroffenen Gameplay-Programmiererin, wonach das Team seine aktuelle Arbeit nicht fertigstellen werde, werfen zusätzliche Fragen über den weiteren Verlauf des Projekts auf. Eine offizielle Bestätigung über die Einstellung von „Senua“ liegt nach den vorliegenden Informationen allerdings nicht vor.
Ninja Theory steht vor einer ungewissen Zukunft
Die kommenden Wochen dürften darüber entscheiden, ob für Ninja Theory noch eine Alternative zur vollständigen Schließung gefunden werden kann. Die ersten Entlassungen zeigen jedoch, dass die bereits angekündigten Konsultationen inzwischen konkrete Auswirkungen auf die Belegschaft haben.
Für das Studio, seine Mitarbeiter und das geplante „Senua“ bleibt die Situation damit vorerst offen. Solange Microsoft keine endgültige Entscheidung bekannt gibt, ist eine Schließung von Ninja Theory zwar weiterhin nicht bestätigt, nach den gescheiterten Übernahmegesprächen und den begonnenen Entlassungen aber zu einer zunehmend realen Möglichkeit geworden.


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